Mainzer Forscher veröffentlichen Ergebnisse zu Long Covid

Unimedizin startet weitere Studie

Mainzer Forscher veröffentlichen Ergebnisse zu Long Covid

Laut ersten Studienergebnissen der Unimedizin Mainz spüren viele Betroffene einer Corona-Erkrankung auch danach noch Einschränkungen. Frauen seien häufiger von solchen Long-Covid-Symptomen betroffen als Männer. An die Erkenntnisse gelangten die Forscher durch die Gutenberg Covid-19 Studie. Eine neue Studie soll in Zukunft weitere Ergebnisse bringen, um Betroffenen besser helfen zu können.

Wie die Forscher am Montag mitteilten, gab etwa jeder dritte Infizierte an, seine Leistungsfähigkeit von vor der Pandemie noch nicht wieder erreicht zu haben. 29,8 Prozent der wissentlich Infizierten, aber auch 22,4 Prozent der unwissentlich Infizierten berichteten davon. Häufige Symptome waren Geruchs- und Geschmacksstörungen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Gedächtnis-, Schlafstörungen oder Atemnot und Kurzatmigkeit.

Eine weitere Erkenntnis der großangelegten Studie: Auch 22 Prozent der Menschen, die keine Infektion durchgemacht haben, gaben an, sich im Vergleich zu vor der Pandemie ungesünder zu fühlen und Symptome wahrzunehmen. Grund dafür sei, dass die häufigsten Long-Covid-Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Abgeschlagenheit so unspezifisch seien, sagte der Leiter der Studie, Philipp Wild. Es gebe noch keine einheitliche Definition. „Es ist aber falsch zu sagen, das Krankheitsbild Long-Covid gibt es nicht“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin. Die Ergebnisse zeigten vielmehr, wie wenig spezifisch das Krankheitsbild sei und wie groß der Forschungsbedarf.

Frauen häufiger betroffen, kein Altersschwerpunkt

Frauen sind den ersten Studienergebnissen zufolge nach einer Infektion mit 45,8 Prozent häufiger von Long-Covid-artigen Symptomen betroffen als Männer (34,6 Prozent). Deutliche Altersunterschiede gebe es aber nicht. Ältere sind demnach nicht deutlich häufiger betroffen als Jüngere.

Die Häufigkeit von Langzeitbeschwerden stehe vielmehr im Zusammenhang mit der Zahl der Symptome während der Infektion. Je mehr Symptome während der Erkrankung auftreten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Long-Covid-Symptome folgen. Die meisten Beschwerden nehmen über die Zeit ab. Es gibt aber auch eine Gruppe, die dauerhaft Beschwerden hat, so die Forscher.

„Viele SARS-CoV-2 Infizierte berichten noch Wochen oder gar Monate nach überstandener Infektion von Symptomen“, so Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) zu den Ergebnissen. Deshalb starten die Forscher jetzt eine neue Studie. „Rheinland-Pfalz wird die Gutenberg Long COVID Studie an der Universitätsmedizin mit rund 400.000 Euro fördern, um Präventions- und Behandlungsansätze für Spät- und Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zu erforschen.“ Dabei wollen die Forscher unter anderem herausfinden, ob bestimmte Personen stärker betroffen sind, ob es Risikofaktoren gibt und welche Behandlungsmöglichkeiten sich daraus ergeben könnten. Erste Ergebnisse werden im zweiten Quartal 2022 erwartet.

Hintergründe und weitere Details zu den beiden Studien findet ihr hier.

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