Einsatz in Oberstadt: SEK stürmte falsche Wohnung

Falsche Tür in der Langenbeckstraße aufgebrochen

Einsatz in Oberstadt: SEK stürmte falsche Wohnung

Bei einem Einsatz in der Oberstadt am Montagnachmittag hat die Mainzer Polizei zunächst die falsche Wohnung gestürmt.

Nach ersten Zeugenaussagen nahm die Polizei an, dass sich ein Mann mit Schusswaffe und Munition in einem Mehrfamilienhaus in der Langenbeckstraße aufhielt und drohte, „jedem, der sich ihm in den Weg stellt“ zu erschießen (wir berichteten). Die Polizei sah eine sogenannte „lebensbedrohliche Einsatzlage“ gegeben. Die Beamten legten eine besondere Schutzausstattung an und sperrten den Gefahrenbereich großräumig ab.

Zeugen hatten den mutmaßlichen Täter nur gehört, aber nicht gesehen, deshalb konnte er zunächst nicht genau lokalisiert werden. Es ergaben sich laut Polizei jedoch Hinweise auf eine konkrete Etage und eine bestimmte Wohnung in dem Mehrfamilienhaus. Die SEK-Beamten stürmten die Wohnung und nahmen einen Mann zunächst fest. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass es sich bei der Wohnung um die eines unverdächtigen Nachbarn handelte und der Täter in der Wohnung nebenan vermutet wurde. In der richtigen Wohnung fanden die Polizisten allerdings keine Personen mehr.

Nach Ende des Einsatzes sei der unschuldige Nachbar noch einmal von zwei Polizisten besucht worden. „Eine erfahrene Polizeibeamtin drückte dem sichtlich beeindruckten Mann das Bedauern der Polizei über diese Verwechslung aus“, so die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Polizei übernehme grundsätzlich die Haftung für Schäden oder Verletzungen bei Unbeteiligten. Auch die Opferberatung nehme Kontakt zu dem betroffenen Mann auf.

In der Pressemeldung teilt die Polizei mit: „Wir bedauern, dass es in diesem Fall zu einer Verwechslung gekommen ist und entschuldigen uns gerne öffentlich bei dem betroffenen Wohnungsinhaber. Wir bitten um Verständnis für unser Vorgehen, bei dem die Abwehr von Lebensgefahren für unbeteiligte Menschen im immer Vordergrund stand.“

Update: Augenzeuge berichtet

Laut einem Bericht des „Sensor“-Magazins wurden offenbar mehrere Wohnungen gestürmt - darunter die eines Kolumnisten des Magazins. Er stellt die Situation anders da: „Ohne einen Kommentar zogen sie mich aus dem Bett, warfen mich auf den Boden, fesselten meine Hände hinter dem Rücken und misshandelten mich mit Fußtritten. Diese Aktion dauerte höchstens 5 bis 10 Sekunden. Nach etwa einer Viertelstunde, währenddessen immer jemand einen Fuß auf meinen Rücken drückte, entfernten sie die Fesseln, ein Oberpolizist kam zu mir und sagte: ‘Ich entschuldige mich, wir haben uns in der Tür geirrt.’“ Den ganzen Bericht könnt ihr hier lesen. (mo)

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