Regenwetter: Ernteausfälle für Mainzer Bauern?

Kalter Frühling, nasser Sommer: Hat das Wetter im ersten Halbjahr dem Obst und Gemüse, Wein und Getreide in der Region genutzt oder geschadet? Wir haben nachgefragt, wie die Ernte dieses Jahr wird.

Regenwetter: Ernteausfälle für Mainzer Bauern?

Wenig Sonne, dazu Ernteverzögerungen wegen des nassen Wetters: Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd (BWV), zeigt sich angesichts der diesjährigen Ernteerfolge ernüchtert. „In vielen Betrieben ist die Enttäuschung über die Ergebnisse der Getreideernte groß“, sagte er während einer Pressekonferenz am Donnerstag (29. Juli). Noch bis Mitte Juni waren die Bauern wegen der Prognosen optimistisch, doch dann folgten zu wenig Sonnenstunden und regenbedingte Ernteverzögerungen.

In Mainz habe das nasse Wetter auf jeden Fall gut getan, resümiert Willi Enders, Vorsitzender der Mainzer Stadtbauern, im Gespräch mit Merkurist. „Nach drei Trockenjahren gab es endlich wieder guten Regen.“ Die Getreideernte sei im vollem Gange, 80 Prozent sei inzwischen eingefahren. Enders hofft, dass am Wochenende der Rest gemäht werden kann. Denn jede Verzögerung kann die Qualität sinken lassen. Vor allem die Böden seien nun endlich wieder optimal mit Wasser versorgt, und können damit auch besser bearbeitet werden - Voraussetzung für eine gute Aussaat in Herbst und Winter.

Durch die fehlende Sonne sei jedoch etwa beim Weizen nur eine mittlere Qualität zu erwarten. Dennoch können die Mainzer Bauern mit guten Einnahmen rechnen, denn der Preis für viele Sorten sei gestiegen, etwa beim Raps oder der Sommergerste, einer Mainzer Spezialität. Aus ihr wird Malz für Brauereien hergestellt.

Schäden durch Hagel und Diebstahl

Im Obstbau jedoch gab es etliche Hagelschäden. Zahlreiche Kirschen mussten hängengelassen werden, hinzu kam der großflächige Diebstahl (wir berichteten). Der Frost im April war kritisch, doch die Aprikosenbauern in Finthen und Drais seien „mit einem blauen Auge davongekommen“, so Enders. Er wünscht sich bessere Maßnahmen, um das Obst vor Frost, Hagel und auch pickenden Krähen besser schützen zu können. „Folien wären gut, doch wegen Vogelschutz und Optik ist das von der Stadt nicht gern gesehen.“

In vielen Gebieten Rheinhessens und im Rhein-Pfalz-Kreis habe der Frost größere Schäden angerichtet, so BWV-Präsident Hartelt. Der Starkregen Ende Juni überschwemmte zudem teilweise Weinberge und Gemüseflächen. Auch mehr Pflanzenschutz musste wegen der feuchten Witterung eingesetzt werden. Die Weinlese wird wohl erst Mitte September beginnen können - einige Wochen später als noch vergangenes Jahr.

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