Verwirrung um Gesichtsvisiere: Welche Regeln gelten?

Auf dem Mainzer Wochenmarkt oder in Läden sind sie häufiger zu sehen - die Visiere. In Rheinland-Pfalz sind sie grundsätzlich als Mund-Nasen-Schutz nicht mehr erlaubt. Doch es gibt Ausnahmen.

Verwirrung um Gesichtsvisiere: Welche Regeln gelten?

Über Visiere wurde in den vergangenen Wochen viel diskutiert. In Rheinland-Pfalz waren sie zunächst auch für Privatleute als Ersatz zum Mund-Nasen-Schutz erlaubt - dies gilt allerdings seit dem 20. Mai nicht mehr. Doch wer darf jetzt noch Visiere tragen? Zu dieser Frage hat sich in dieser Woche die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler geäußert.

Ausnahme für Einzelhandel und Gastronomie

Nach einiger Verwirrung rund um die Visiere als Alternative zum Mund-Nasen-Schutz stellte die Ministerin nun klar, „dass das Tragen von Visieren bei Verkäuferinnen und Verkäufern und in der Gastronomie unter diesen Voraussetzungen (Abstandsregeln) möglich ist“. Erfahrungen aus der Praxis hätten gezeigt, dass besonders im Einzelhandel und in der Gastronomie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf Dauer für die Angestellten eine Belastung sei. Vor diesem Hintergrund habe man entschieden, dass Visiere hier noch getragen werden dürfen.

Diese Entscheidung des Gesundheitsministeriums befürwortet auch Prof. Bodo Plachter, Virologe der Universitätsmedizin: „Mund-Nasen-Bedeckungen schützen andere zwar klar effektiver als Visiere. Bei bestimmten Arbeitsbedingungen, wie dem Einräumen von Regalen im Supermarkt oder dem Service in der Gastronomie, ist ein dauerhaftes Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) nicht immer zumutbar.“ Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht die Visiere nicht als Alternative zu dem Mund-Nasen-Schutz. Visiere könnten in der Regel maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen, so das RKI. Die Verwendung von Visieren könne daher nicht als gleichwertige Alternative zur MNB angesehen werden.

Was gilt nun für Privatpersonen?

In der Auslegungshilfe zur Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vom 20. Mai hat die Landesregierung festgelegt, dass das Tragen von Visieren nur im Ausnahmefall zulässig sei. Ein Ausnahmefall seien demnach „gesundheitliche Gründe“. Gegenüber dem SWR erklärte eine Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums, dass nur Ärzte beurteilen könnten, welche medizinischen Gründe gegen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sprechen. Wer ein Attest vorweisen könne, dürfe statt einer Maske auch ein Visier tragen. (nl)

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