Bauern-Demo in Mainz: Längster Traktor-Korso der Welt geplant

Mehr als 1000 Bauern wollen am Freitag in Mainz gegen eine Verschärfung der Düngeverordnung protestieren. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, planen die Veranstalter die größte Traktoren-Kette der Welt.

Bauern-Demo in Mainz: Längster Traktor-Korso der Welt geplant

Unter dem Motto „Wer mit dem Rücken zur Wand steht, kann nur nach vorne“ hat die Bauern-Organisation „Land schafft Verbindung“ (LsV) erneut zu einer Demonstration aufgerufen. Am Freitag (17. Januar) werden die Landwirte dafür in und um Mainz den größten Traktor-Korso der Welt starten.

Ausgangspunkt für den Rekordversuch ist das ZDF auf dem Lerchenberg. Dort wollen die Bauern gegen 16 Uhr mit Verantwortlichen des Senders sprechen. Die Landwirte fordern eine faire Berichterstattung, wenn es um Agrar-Themen geht. Wie Jan Ruzycki von LsV gegenüber Merkurist sagt, müssten rund 1300 Traktoren an der Parade teilnehmen, um einen neuen Weltrekord aufzustellen. „Ob wir den Rekord knacken, wird sich zeigen. Die Zustimmung zur Veranstaltung ist jedenfalls groß.“

Die Traktoren-Kette wird dann von Mainz über Wörrstadt nach Alzey und von dort aus Richtung Bockenheim (Pfalz) in beiden Richtungen unterwegs sein. Mit Beeinträchtigungen im Berufsverkehr muss gerechnet werden. Auch Bauern aus Hessen werden zur Parade erwartet. „Von dort haben sich ein paar Landwirte angemeldet, die dann geschlossen als Kolonne über die Theodor-Heuss-Brücke fahren dürfen“, so Ruzycki.

Ziele der Demonstranten

Mit dem Traktor-Korso wollen die Landwirte vor allem auf ihre aktuell „missliche Lage“ aufmerksam machen, so LsV. Die Bauern kritisieren, dass die Düngeverordnung nach nur zwei Jahren noch einmal verschärft werden soll. „Sie würde dem Boden an vielen Stellen mehr Schaden zufügen als Gutes tun, das Nitratproblem nicht lösen, aber den Anbau vieler Kulturen in Deutschland unmöglich machen“, teilt LsV mit. Die Traktoren-Strecke sei deshalb auch nicht zufällig gewählt. Sie führt durch Gebiete, die besonders hart von der neuen Düngeverordnung betroffen wären.

Zudem fordern die Landwirte, dass den von ihnen produzierten Lebensmitteln mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. „Wer billig kauft, verkauft die Natur und die Landwirtschaft“, so die Organisation. Gesunde Lebensmittel, die unter höchsten Produktionsstandards und naturverträglich produziert würden, hätten ihren Preis. „Das muss jeder Verbraucher lernen und vor allem an der Ladenkasse umsetzen.“ Außerdem fordern die Bauern ein Verbot von Werbung für billiges Fleisch, Obst, Gemüse und Milch sowie einheitliche Standards in der Lebensmittelproduktion in Europa. Das geltende „Mercosur“-Abkommen, das den Import billiger Lebensmittel mit niedrigeren Produktionsstandards fördert, sei ein Angriff auf die deutsche Landwirtschaft, so LsV.

Den genauen Streckenverlauf des Traktor-Korsos könnt Ihr hier sehen. (df)

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