Neue Corona-Maßnahmen: Werden die Regeln auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt nochmals verschärft?

Wenn am Dienstagnachmittag Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten über neue Corona-Maßnahmen entscheiden, dann geht es auch um die Weihnachtsmärkte. Die Mainzer Marktbeschicker erwarten die Entscheidung mit sehr gemischten Gefühlen.

Neue Corona-Maßnahmen: Werden die Regeln auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt nochmals verschärft?

Muss der Mainzer Weihnachtsmarkt nun schließen oder werden die Zugangsbeschränkungen noch einmal verschärft? – diese Szenarien stehen zumindest am Dienstag zur Debatte, wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Länderchefs zusammenkommen, um über neuen Corona-Regeln zu beraten (wir berichteten). Indes hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) angekündigt, für eine weitere Beschränkung von Großveranstaltungen einzutreten. Ob sie damit auch Weihnachtsmärkte meint, ließ sie offen. Die Mainzer Marktbeschicker warten nun mit Spannung und sehr gemischten Gefühlen auf die Ergebnisse der Beratungen am Nachmittag.

„Große Ungewissheit“

Lisa Spinnler, deren Familie den größten Grillstand auf dem Weihnachtsmarkt betreibt, hat jedenfalls viele schlaflose Nächte hinter sich, wie sie gegenüber Merkurist erzählt. Es herrsche einfach eine große Ungewissheit vor dem, was jetzt kommen wird. „Alles ist chaotisch.“ Langsam fehle ihr auch die Kraft. Sie und ihre Mitarbeiter hätten so viel Energie in ihre Arbeit gesteckt. Außerdem hätten sie und ihre Familie viel Geld in Waren investiert. „Wir können ja nicht jeden Tag spekulieren, ob es jetzt weitergeht oder nicht.“ Im schlimmsten Fall müssten die Waren nun entsorgt werden.

Sie hoffe natürlich, dass der Weihnachtsmarkt aber so wie bisher weiterlaufen kann. Doch auch wenn eine weitere Verschärfung der Regeln käme, würden sie und ihre Familie nicht aufgeben. „Wir machen weiter, auch wenn 2G-plus kommt“, so Spinnler. Falls dennoch eine Schließung des Weihnachtsmarkts beschlossen werden sollte, hofft Spinnler auf eine kurze Übergangszeit. „Eine Karenzzeit bis zum Wochenende wäre wünschenswert“.

„Angst, was passiert“

Auch der Vorsitzende der Mainzer Marktbeschicker, Marco Sottile, blickt mit Sorge auf die Entscheidung der Politik am Dienstagnachmittag. Wie er meint, hätte sich das bisherige System mit den Bändchen eigentlich bewährt, auch die Kontrollen durch den Sicherheitsdienst hätten funktioniert. Dennoch habe er die aktuelle Entwicklung im Blick. Deshalb habe er auch von Anfang an Angst gehabt, ob der Markt bis zum Ende stattfinden kann. „Ich habe gesagt, es sei fatal, den Markt zu eröffnen und ihn dann wenig später zu schließen“, so Sottile. „Die Branche liegt schon am Boden und jetzt tritt man sie womöglich auch noch mit Füßen.“

Auch wenn eine Verschärfung mit 2G-plus kommen sollte, wäre das für viele Standbetreiber nicht mehr machbar, sagt Sottile. „Niemand wird sich für eine Bratwurst und Glühwein auch noch zusätzlich testen lassen.“ Dann müsse man die Veranstaltung absagen. „Wir warten jedenfalls jeden Morgen und haben Angst, was passiert.“

Spätestens am Dienstagabend wird es Gewissheit für die Mainzer Marktbeschicker geben. Denn im Anschluss an die Beratungen will Malu Dreyer gegen 18 Uhr die konkreten Entscheidungen für Rheinland-Pfalz verkünden.

Besucherrückgang auf Markt

Indes erklärt Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) auf Anfrage von Merkurist, dass es auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt aktuell einen Rückgang der Besucherzahlen zu verzeichnen gibt. Dies sei neben der aktuellen Lage auch dem Wetter geschuldet. „Die Marktbeschicker sind dennoch zufrieden, dass der Weihnachtsmarkt überhaupt stattfindet und Umsätze gemacht werden können“, so Matz. Insgesamt gingen sie sehr verantwortungsvoll mit der Situation um. „Auch die Besucher halten sich an die aktuellen Regelungen und arbeiten häufig proaktiv mit“, erklärt die Wirtschaftsdezernentin.

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