Getötete Polizistin: Mainzer Kollegin „erschüttert“

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizeikräfte am Montag stehen die Kollegen der Opfer unter Schock. Unter ihnen ist auch eine Mainzer Studienkollegin der getöteten Polizei-Anwärterin. Sie erzählt, wie sie die Tat nun verarbeitet.

Getötete Polizistin: Mainzer Kollegin „erschüttert“

Es ist eine unfassbare Tat: Am frühen Montagmorgen sind eine Polizei-Anwärterin (24) und ihr Kollege (29) bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel erschossen worden (wir berichteten). Inzwischen wurden ein Tatverdächtiger und eine weitere Person, die möglicherweise an der Tat beteiligt war, festgenommen (wir berichteten). Unter den Kollegen der jungen Polizisten herrscht indes tiefe Trauer. Auch eine Mainzer Studienkollegin der getöteten Polizei-Anwärterin steht unter Schock. Im Gespräch mit Merkurist erzählt sie, wie sie die Tat berührt.

„Ich bin sprachlos und erschüttert“, sagt die 23-jährige Mainzerin. „Wir waren ja im gleichen Alter.“ Im Mai wäre ihre Kollegin mit dem dualen Studium an der Hochschule der Polizei (nähe Flughafen Hahn) nun fertig geworden. Der Abschluss sei nach drei Jahren Ausbildung also zum Greifen nahe gewesen. Sie selbst, sagt die Mainzerin, sei schon oft in solchen Kontrollsituationen gewesen und könne also nachfühlen, wie eine solche, eigentlich alltägliche Situation zustandekomme. „Wenn ich das Ganze nun reflektiere, trifft mich das dann noch mehr und wird mich sicherlich für die Zukunft auch noch mehr sensibilisieren.“

Wie die Mainzerin erklärt, bekomme man als Anwärter(in) immer einen „Praxisanleiter“, also einen erfahrenen Polizei-Kollegen, an die Seite gestellt, der für den Anwärter speziell zuständig ist. Das sei auch bei ihrer getöteten Studien-Kollegin so gewesen. Die Gefühlslage unter den weiteren Studenten des Jahrgangs sei ebenfalls sehr bedrückt. „Für uns werden nun Hotlines geschaltet, damit wir mit Fachkräften über die Tat sprechen können, wenn wir möchten“, sagt die Mainzerin.

Um die Polizei-Anwärter zu schützen, habe man diese nicht bei der Fahndung nach den Tätern eingesetzt, so die 23-jährige Mainzerin. Sie sagt: „Wenn es überhaupt etwas Positives an diesem Tag gibt, dann die Nachricht, dass ein Tatverdächtiger festgenommen werden konnte.“

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