Neue Radwegführung am Mainzer Hauptbahnhof sorgt für Verwirrung

Am Mainzer Hauptbahnhof West gibt es eine neue Radwegführung mit Linksverkehr. Das sorgt für Verwirrung, hat laut Stadt aber einen Grund, der mit zukünftigen Plänen zusammenhängt.

Neue Radwegführung am Mainzer Hauptbahnhof sorgt für Verwirrung

Wer mit dem Rad aus Richtung Universität in die Mainzer Innenstadt fährt, stößt an der Haltestelle Hauptbahnhof West auf eine neue, kuriose Verkehrsregelung. Auf der umgestalteten Verkehrsinsel in der Binger Straße gilt für Radfahrer plötzlich Linksverkehr. Auf Nachfrage von Merkurist, was es mit der ungewöhnlichen Wegeführung auf sich hat, erklärt die Stadt Mainz die Hintergründe. Stadtführer

Getrennte Wege für mehr Sicherheit

Bislang mussten Fußgänger und Radfahrer an den Überwegen immer miteinander auskommen. Anstrengend für alle Beteiligten, manchmal auch gefährlich. Im Zuge des Straßenbahnausbaus in der Binger Straße und der Sanierung der Brücke über die Gleise am Mainzer Hauptbahnhof rückte dieser Knotenpunkt unterschiedlicher Mobilitäts-Anforderungen jetzt in den Fokus: Die Verkehrsinsel wird seit Monaten umgestaltet. Ganz fertig ist sie noch nicht. Auffällig ist, dass Fußgänger und Radfahrer jetzt jeweils eine durch Markierungen getrennte Furt haben, um die beiden Überwege, an denen Ampeln stehen, queren zu können.

Den Markierungen zufolge herrscht hier nun Linksverkehr. Nur für die Radfahrer. Wem diese ungewohnte Wegeführung überhaupt auffällt, schaut verdutzt. Und quert anschließend die beiden Überwege wie es gerade passt. Leser Chris fragt nun: „Die neue Fahrradampel am Hauptbahnhof Mainz hat Linksverkehr - Warum?“

Merkurist fragte nach, was diese Wegeführung bedeuten soll. So viel vorweg: Es geht um Barrierefreiheit und Radverkehrsförderung. Durch die neue Kennzeichnung, heißt es von Seiten der Mainzer Pressestelle, habe der Fußverkehr eine eigene Aufstellfläche an der Ampel, die nicht mehr mit Radfahrern geteilt werden müsse. Da die Furt für die Fahrradfahrer nun ohne Bordsteinkante über beide Ampeln führt (und die Ampelschaltung entsprechend eingestellt ist) können die Radfahrer in beiden Richtungen in einem Rutsch die Stelle queren.

Ein Blick in die Zukunft der Radwege

Aber warum links herum? Es geht um zukünftige Vorhaben: auf der Alicenbrücke wird es einen Radfahrstreifen aus Richtung Alicenstraße in Richtung Binger Schlag geben – auf der Fahrbahn. Der wird an der Verkehrsinsel in Richtung Uni linksseitig geführt, denn er muss hinter der Verkehrsinsel wieder auf den kombinierten Fuß-und Radweg geführt werden. Der von der Uni kommende Radverkehr wurde rechtsseitig angeordnet, damit er an den Bordsteinradweg anschließt und die Radverkehrsführung eindeutig dorthin führt. Also genau umgekehrt, wie die Verkehrsführung normalerweise gestaltet ist.

Nach dem Ende der Baumaßnahmen auf der Alicenbrücke soll dann der Radfahrstreifen auf der Brücke in Richtung Uni umgesetzt werden. Vielleicht verstehen die Radfahrer dann, warum ihre Fahrradampel auf der linken Seite angebracht ist und warum sie links fahren sollen. Ob sie sich daran halten, wird sich zeigen.