Brasilianischer Graffitikünstler in Mainz unterwegs

Nach Rio de Janeiro und Athen ist jetzt Mainz an der Reihe. Der brasilianische Graffitikünstler André Lourenço da Silva ist zurzeit in Mainz unterwegs. Wo ihr seine Kunstwerke bewundern könnt, erfahrt Ihr hier.

Brasilianischer Graffitikünstler in Mainz unterwegs

André Lourenço da Silva, bekannt als Kajaman, ist in der Graffitikünstlerszene weit bekannt. In Rio gründete er die Graffiti-Bewegung „Meeting of Favelas“ (MOF) mit, die die Stadt nach Expertenmeinungen zum "neuen Mekka der Graffiti-Kunst" machte.

Kunst am Alten Postlager

Jetzt ist der Künstler in Mainz unterwegs. Am Montag sprayte er am Alten Postlager und verwandelte das ehemalige Wärterhäuschen in ein Farbenmeer. Vor einem bunten, abstrakt gemalten Hintergrund ist hier sein Markenzeichen abgebildet: Ein „junger, indigener Vogel, der schon viel von der Welt gesehen hat, immer aufmerksam beobachtet und daher meistens einen nachdenklichen Eindruck macht", wie der Künstler ihn selbst beschreibt. Steffen Schatto, ein Freund des Künstlers, habe den Besitzer des Postlagers auf den Graffitikünstler aufmerksam gemacht. „Ich war sofort Feuer und Flamme“, sagt Victor Anta-Muñoz, Mitinhaber des Alten Postlagers.

Ausstellung im „Coffee Bay“ und „Gutleut“

Und der Künstler bemalt nicht nur Wände. Auch mit Acryl hat er schon so einige farbenfrohe Bilder auf die Leinwand gebracht. Bis zum 30. August stellt die Kaffeekette „Coffee Bay“ (Schillerstraße 24) seine Werke aus. Hier finden immer wieder wechselnde Ausstellungen statt. „Ich bin Künstlern gegenüber immer offen“, sagt der Ladenbesitzer Tim Van Sanden. Ein Kunde hatte ihn auf die Werke von Kajaman angesprochen. Bis Ende des Monats hängen jetzt elf Gemälde und zwei Drucke des Künstlers in seinem Café an den Wänden und können von Interessenten für 340 bis 380 Euro gekauft werden.

„Die Bilder sind sehr bunt, grell und voller Energie“, beschreibt eine Kundin von „Coffee Bay“ Kajamans Bilder. Die meisten Acrylbilder zeigen bunte Fische vor abstraktem Hintergrund. Drei der Bilder sind noch abstrakter, aber genau so farbenfroh.

„Ich suchte nach einfachen Wegen, um eine Zeichnung zu machen. Nichts zu Aufwendiges. Ohne Schatten und Licht, auch weil ich nie viel Geduld dafür hatte. Ich mochte die Dinge immer spontaner und schneller“, beschreibt der Künstler in einem Interview mit dem brasilianischen „Blog ‘A Arte na Rua“ seinen Malprozess.

Ab dem 31. August wird das „Gutleut“ weitere Bilder des Künstlers ausstellen. (pk)

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