Gemeinsam mit Generalmusikdirektor Gabriel Venzago, Chefdramaturgin Sonja Westerbeck, Schauspieldramaturg Jörg Vorhaben und Tanzdirektor Honne Dohrmann stellte Intendant Markus Müller das umfangreiche Programm vor.
Rekordzahlen und große Vielfalt
Mit insgesamt 24 Premieren, darunter sieben Uraufführungen und eine deutsche Erstaufführung, sowie 38 Wiederaufnahmen bietet die neue Saison ein außergewöhnlich breites Spektrum. Ergänzt wird das Programm durch Lesungen, Liederabende, Diskursformate sowie Festivals wie Grenzenlos Kultur, das Plug&Play Festival für junge Regie und das tanzmainz festival #6.
Auch die Nachfrage bleibt hoch: 6.469 Abonnentinnen und Abonnenten markieren einen neuen Höchststand – ein Plus von 424 im Vergleich zum Vorjahr.
Leitmotiv: „Nie sollst du mich befragen“
Ausgangspunkt der Spielzeit ist die berühmte Zeile aus Lohengrin: „Nie sollst du mich befragen“. Während das Werk dieses Verbot als Ausdruck von Sehnsucht und Macht formuliert, versteht das Theater es bewusst als Aufforderung zum Gegenteil: Fragen stellen, Diskurse eröffnen und Unsicherheiten zulassen.
Musiktheater: Zwischen Fortschritt und Abgrund
Die Saison im Musiktheater eröffnet mit Lohengrin unter der Leitung von Gabriel Venzago. Weitere Produktionen widmen sich großen ethischen und gesellschaftlichen Themen: So beleuchtet In der Strafkolonie nach Kafka moralische Grenzfragen, während Doctor Atomic die Ambivalenz wissenschaftlichen Fortschritts thematisiert.
Mit der deutschen Erstaufführung von Antarctica sowie dem Musical Titanic stehen zudem Werke auf dem Spielplan, die zwischen Forscherdrang, Größenwahn und Katastrophe oszillieren. Klassiker wie Ariadne auf Naxos und Don Giovanni ergänzen das Programm.
Ein besonderes Experiment stellt die Uraufführung Meanwhile dar, bei der das Publikum aktiv über den Verlauf der Handlung entscheidet.
Schauspiel: Existenzielle Fragen im Fokus
Auch im Schauspiel zieht sich das Leitmotiv durch die Produktionen. Stücke wie Der Liebhaber meiner Frau, Ziemlich letzte Freunde und Angels in America stellen grundlegende Fragen nach Liebe, Wahrheit und Verantwortung.
Mit Klassikern wie Der Besuch der alten Dame, Peer Gynt und Die Möwe kehren zentrale Werke der Theaterliteratur auf die Mainzer Bühne zurück.
Die Studiobühne U17 bleibt ein Ort für neue Stoffe und Uraufführungen, während internationale Autorinnen und Autoren zusätzliche Perspektiven einbringen.
Tanz: Internationale Strahlkraft
Im Bereich Tanz setzt die Compagnie tanzmainz ihre internationale Erfolgsgeschichte fort. Neben drei Premieren und neun Wiederaufnahmen stehen Gastspiele weltweit auf dem Programm – darunter erstmals auch in Südamerika.
In der letzten Spielzeit von Honne Dohrmann entstehen neue Arbeiten mit renommierten Choreografen wie Roni Haver und Guy Weizman. Ihre Produktion Morning Song wird im Großen Haus uraufgeführt.
Einladung zum Diskurs
Mit dem neuen Spielplan versteht sich das Staatstheater Mainz erneut als Ort des Austauschs und der Reflexion. „Vorhang zu und alle Fragen offen“ – dieser Gedanke zieht sich durch die gesamte Saison.
Der Vorverkauf für ausgewählte Produktionen startet ab dem 28. März, während Interessierte sich bereits jetzt ein Abonnement für die kommende Spielzeit sichern können.