Das Mainzer Kulturleben läuft jetzt virtuell weiter

Das Mainzer Kulturleben ist aktuell fast stillgelegt - aber auch nur fast. Mainzer Kunst, Musik, Theater und Literatur werden jetzt ins Netz verlegt. Wo Ihr die virtuellen Angebote findet, erfahrt ihr hier.

Das Mainzer Kulturleben läuft jetzt virtuell weiter

Die angeordneten Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des Coronavirus trafen nicht nur Geschäfte und Restaurants - auch die Mainzer Kulturlandschaft leidet darunter. Orte der Begegnung, wie das Staatstheater, bleiben durch das Versammlungsverbot leer. Aber schon nach kurzer Zeit verlagerten viele Kultureinrichtungen ihr Angebot ins Netz. Wo Ihr welche Online-Angebote findet, stellt Euch Merkurist hier vor.

#ScienceAtHome: Interaktive Ideen für Schüler

Damit auch Schülern in dieser Zeit nicht die Decke auf den Kopf fällt, bietet die Akademie der Wissenschaften und Literatur eine Reihe interaktiver Ideen für Schüler, Eltern und andere Interessierte an. Die kleinen Aufgaben und Rätsel aus den Schulfächern Kunst, Musik und Politik werden im Zusammenhang mit Forschungsprojekten der Akademie spielerisch vermittelt.

So werden beispielsweise im Schulfach Kunst bunte Glasfenster aus dem Mittelalter untersucht. Aufgabe hierbei: ein eigenes Fenster ausmalen, eine Glasmalerei darauf entwerfen oder ein Puzzle basteln. Das Fenster zum Ausdrucken und Ausmalen findet Ihr hier. Mehr zu dem Projekt der Akademie „Corpus Vitrearum Medii Aevider“, welches dahinter steckt, erfahrt Ihr hier.

Die Liste wird mehrfach wöchentlich erweitert. Mit jeder neuen Idee erscheint ein Beitrag unter dem Hashtag #ScienceAtHome auf Twitter und Facebook. Den Link zum kompletten Online-Angebot gibt es ihr hier.

Digitaler Theatersaal

Live-Inszenierungen und Aufführungen in voller Länge gibt es auch während der Coronakrise: Die Junge Bühne Mainz eröffnete kurzum eine neue „Spielstätte“ - den Digitalen Theatersaal. Ab sofort gibt es auf ihrer Seite rund um die Uhr Video-Mitschnitte von vergangenen Theaterproduktionen.

Seit der „Eröffnung“ ihrer neuen Mediathek habe sich das Programm des Digitalen Theatersaals immer weiterentwickelt, erzählt Theaterleiter Philip Barth. „Neben zurückliegenden Produktionsklassikern, die länger am Stück im Video-Stream verfügbar sind, gibt es ab dieser Woche auch 24-Stunden-Video-Streams von Produktionen, die im Live-Programm tragende Säulen darstellen“, erklärt Barth. Auch werden ausfallende Live-Vorstellungen nun mit offiziellen Video-Live-Mitschnitten fast eins zu eins digital umgesetzt.

Am Donnerstag, 2. April, könnt Ihr Euch Frühlings Erwachen nach Motiven von Frank Wedekind 24 Stunden online im Digitalen Theatersaal ansehen. Woyzeck von Georg Büchner wird ab Freitag, 3. April, online durchgehend verfügbar sein. Besonders ist daran auch das digitale Publikum. Am Streaming-Tag wird jeweils von 21:30 bis 22:30 Uhr, statt wie üblich im Foyer des Theaters, auf der offiziellen Facebook-Seite ein „Digitales Publikumsgespräch“ angeboten. Alle Zuschauer, die das Stück dann bereits gestreamt haben, können in den Kommentaren zum Thread ihre Fragen und Feedbacks mitteilen - das Team wird dann direkt antworten.

Virtuelle Ausstellung über Ludwig van Beethoven

Beethovens Spätwerke wie die berühmte „9. Sinfonie“ oder „Missa solemnis“ sind eng mit dem Mainzer Musikverlag „B. Schott’s Söhne“ verbunden. Er war der letzte von Ludwig van Beethovens 31 Verlagen. Zu seinem 250. Geburtstag wurden sämtliche Briefe von ihm an Schott aus dem Bestand der Stadtbibliothek Mainz digitalisiert und kommentiert. Nun können sie in einer virtuellen Ausstellung betrachtet werden. Den Link dazu gibt es hier.

Quarantänekino

Auf ihrem Vimeo-Kanal bietet das Team von „Nachtschwärmerfilm“ ihr „#quarantänekino“ an, wo wöchentlich einer ihrer Kurzfilme zu sehen sein wird. Das Team hat sich auf die Entwicklung und Produktion dokumentarischer Arbeiten spezialisiert. Fokus wird dabei vor allem auf das Leben des Menschen im Kontext der vielfältigen Herausforderungen unserer heutigen Gesellschaft gelegt. Hier findet ihr alle aktuellen Kurzfilme und Trailer.

Balkonkonzerte mit LIN bei Instagram

Die Augangsbeschränkung trifft auch die Musiker hart. Viele nutzen diese schwere Zeit und werden kreativ (wir berichteten). So auch LIN: Sie gibt kleine Konzerte auf ihrem eigenen Balkon, teilt diese auf ihrer Instagram-Seite und spendet das mit dem virtuellen Spendenhut eingesammltes Geld an wohltätige ZweckeBekannt ist Linda Bender aus dem ehemaligen Duo „Bender und Schillinger“. 2019 startete sie ihr Soloprojekt LIN.

„Lesezimmer“: Lesungen auf Abruf

Reisen an fremde und aufregende Orte ist leider aktuell kau noch möglich. Doch es gibt die Möglichkeit, sich gedanklich auf Reisen zu begeben. Bereits schon lange vor dem Coronavirus wurde das „Lesezimmer“ ins Leben gerufen. Oder, wie sie sich selbst bezeichnen: „das Zuhause für alle, die Geschichten lieben“. Seit vielen Jahren präsentieren Mainzer Autoren im Online-„Lesezimmer“ ihre Texte in vorgelesener Form. Ob Krimi, Abenteuer-Geschichten oder Lyrik: Literatur-Liebhaber werden hier fündig.

Virtuelles Staatstheater Mainz

Der Streaming-Service für Theaterliebhaber: Unter dem neuen Motto #KULTURTROTZ(T)CORONA setzt das Mainzer Staatstheater nun auch auf virtuelle Aufführungen. Abgesehen von diesen Inszenierungen wird auch ein Blick hinter die Kulissen gestattet: In kleinen Online-Führungen könnt Ihr mit dem Team virtuell durch das Mainzer Staatstheater spazieren.

Zudem geht auch aus aktuellem Anlass und virtuell als Corona-Spezialausgabe das Literarische Quartett in die dritte Runde - natürlich auch mit gebührendem Abstand. Für handfertige Künstler und begabte Bastler finden auf der Seite des Staatstheaters Bastel-Tutorials für Origami-Kunstwerke oder Nähanleitungen für eigene Mundschutzmasken. Das ganze Spektrum an Infos und Videos findet ihr hier.

Peng: Musik-Livestreams und 3D-Galerien

„Ausgangssperre? We will adapt!“ - unter diesem Motto geht es für das Peng auch während der Krise weiter. Die geplante Auszugsparty des Pengs aus dem ehemaligen Jobcenter konnte wegen des Versammlungsverbot nicht stattfinden - Koffer packen mussten sie trotzdem. So zogen sie in die Räumlichkeiten des Internets. Mit Livestreams diverser DJ-Kollektive, virtuellen 3D-Galerien und einigen anderen Dingen sind sie nun nicht nur in Mainz erreichbar, sondern sogar weltweit. Den Link zu den Infos für die Online-Party vom Sofa aus gibt es hier. Der Eintritt ist wie immer frei - nur um Getränke müsse man sich selbst kümmern.

Virtuelle Mitmach-Galerie

Wenn das Undenkbare zur Wirklichkeit wird und das Surreale zur Realität: Angesichts der umfassenden Wucht der Corona-Pandemie beschäftigt sich der Kunstverein Eisenturm Mainz (KEM) mit den menschlichen Emotionen während der Krise und fragt sich: „Wie können wir mit Gefühlen von Angst, Ohnmacht, Panik kreativ umgehen, ohne in lähmende Depression zu verfallen?“ Auf dieser Grundlage möchte der KEM eine virtuelle Mitmach-Galerie auf der Homepage etablieren und alles „Unbewegte“ und künstlerische Erzeugnisse darstellen, die von Menschen aus dieser Krise hervorgehen. Die virtuelle Gallerie dazu findet ihr hier und wer mitmachen möchte, schickt ein Bild mit Titel, Technik und Name des Künstlers an grossdienheim@aol.de. (df /mm)

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