Nach der Schließung des Kult-Imbisses „Zum Schorsch“ vor einigen Jahren gibt es nun Neuigkeiten für das Grundstück am Mainzer Zollhafen. Wie Merkurist vorab von Stadtwerke-Vorstand Daniel Gahr erfuhr, hat der Mainzer Gastronom Jan Appeltrath das Areal erworben und plant dort (s)ein neues Projekt. Offiziell vorgestellt werden die Pläne in der kommenden Woche.
Wie die Zollhafen Mainz GmbH mitteilt, konnte mit dem Verkauf des Grundstücks ein „bedeutender Meilenstein für eine moderne Gastronomie“ in der Entwicklung des Quartiers erreicht werden. Nach Informationen von Merkurist investiert Appeltrath eine siebenstellige Summe in einen Neubau, der auch einen Veranstaltungsraum und einen Biergarten umfassen soll. Weitere Details wollen die Verantwortlichen im großen Aufgebot mit Staatsminister Michael Ebling, Oberbürgermeister Nino Haase sowie Baudezernent Ludwig Holle samt Betreiber am Montag (29. Juni) vor Ort bekannt geben.
Rückblick auf eine Mainzer Institution
Für viele Mainzer war das Ende von „Zum Schorsch“ ein schmerzlicher Verlust. Nach 41 Jahren hatten die Betreiber-Brüder Georg, Günther und Adolf Biermann den beliebten Treffpunkt am Zollhafen für immer geschlossen (wir berichteten). „Das tut schon weh“, sagte einer der Inhaber damals gegenüber Merkurist, vor allem mit Blick auf die treue Kundschaft.
Die Brüder hatten den damaligen Kiosk im Oktober 1981 übernommen und über die Jahrzehnte zu einem beliebten Lokal ausgebaut. Die Schließung erfolgte schließlich aus Altersgründen, um in den Ruhestand zu gehen. Schon in den letzten Jahren vor dem Aus war die Zukunft ungewiss, wie die Betreiber berichteten: „Es gab schon seit Jahren keinen längeren Vertrag mehr, wir wurden einfach immer wieder ein weiteres Jahr geduldet“.
Kein Unbekannter
Für Jan Appeltrath ist es sein bisher größtes Projekt. Seit seinem 15. Lebensjahr ist er in der Gastronomie tätig. Nach einer Ausbildung im Hotelfach und einem BWL-Studium startete Appeltrath mit 28 Jahren gastronomisch in Mainz durch und gründete 2017 das Gasthaus Willems in der Kapuzinerstraße. Es folgten die Übernahme des Altstadt-Cafes sowie einer Filiale von Kaffee Müller am Ende der Augustinerstraße, bevor er 2024 mit einem Freund das „Laurenz“ in der Neustadt übernahm und als „Willichs“ weiterführte. Parallel schloss er das Gasthaus Willems, auch aus privaten Gründen, unter anderem dem Tod seines Vaters. Doch schon länger war für ihn klar: Es geht weiter - nur eben anders - und seinem Vater hatte er versprochen, weiterhin gastronomische Projekte zu verwirklichen. Und nun ist es soweit: Der Bau des neuen Gebäudes am Ende des Zollhafens wird sein bisher größtes Projekt markieren. Auf dem Instagram-Profil des „Gasthaus Willems“ heißt es schon geheimnisvoll: „…bald kommt was.“