Was Archäologen hier gefunden haben

Einblicke in römische Vorstadtsiedlung

Was Archäologen hier gefunden haben

Wie sah eine römische Vorstadtsiedlung aus? Aufschluss darüber geben aktuell Ausgrabungen in der Neustadt. Doch was haben die Archäologen zwischen Rheinallee, Wallaustraße und Emausweg gefunden?

Dort, wo künftig das Quartiersprojekt „Zuhause in Mainz“ mit dem sogenannten Beethovenplatz entstehen soll, graben Mitarbeiter der Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) nach römischer Vergangenheit. Laut einer Pressemitteilung geben sie so einen Einblick „in die vom Rheinufer entfernte Siedlungsrandbebauung“. Erstmals sei es möglich, eine zusammenhängende römische Siedlungsfläche über mehrere Parzellen hinweg zu untersuchen. „Wir können nun konkrete Aussagen zur Struktur und dem Erscheinungsbild der dort liegenden römischen Siedlung treffen“, so Dr. Marion Witteyer, Leiterin der GDKE-Außenstelle Mainz Direktion Landesarchäologie.

Gemischtes Viertel mit Bestattungsarealen

Es stellte sich heraus: Es war ein gemischtes Viertel mit Wohnbebauung, Handwerksbetrieben und Bestattungsarealen. Die Archäologen stießen auf eine Straße und zwei (Wasser)Becken. „Beide Funde werden am Ende dieser Woche wieder verschwunden sein, da sie der neuen Bebauung weichen müssen“, sagt Witteyer. Auf Nachbargrundstücken konnten zudem sogenannte Papstbullen gefunden werden. Ein Hinweis darauf, dass die überlieferte St. Theonestkapelle, die erst im 16. Jahrhundert abgerissen wurde, sich in unmittelbarer Nähe befinden könnte. Der nächste Grabungsabschnitt könnte hierzu mehr Erkenntnisse liefern.

Wie die Ausgrabungen nun ergaben, sei die Siedlung etwa zur gleichen Zeit wie das Legionslager auf dem Kästrich entstanden. Dies ist auf die Zeit des ersten römischen Kaisers Augustus (30 v. Chr. bis 14 n. Chr.) datiert. Die Vorstadtsiedlung in der Neustadt hatte anfangs vermutlich ebenfalls eine militärische Bedeutung. (pk)

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