Für viele kam dieser Rauswurf überraschend: Trotz einer überaus erfolgreichen Zeit wurde der frühere Mainz-Coach Thomas Tuchel in dieser Woche beim FC Chelsea in London entlassen. Als Tuchel Chelsea übernahm, befand sich der Verein in einer Krise, mit dem Deutschen ging es dann steil bergauf: Das Team gewann hintereinander die Champions League, den UEFA-Super-Cup und die FIFA-Klub-WM. Außerdem wurde Tuchel FIFA-Welttrainer des Jahres 2021.
Umso überraschender nun der Rauswurf. Zwar lief der Start mit 10 Punkten aus sechs Spielen nicht überragend, aber keinesfalls katastrophal. Auch in der Champions League ist trotz der 0:1-Auftaktniederlage in Zagreb noch alles drin. Entsprechend kritisch sehen viele auch den Rauswurf des Welttrainers – darunter auch Tuchels früherer Boss Christian Heidel, der seit 2020 wieder Sportvorstand von Mainz 05 ist.
Chelsea wird Entscheidung „bitter bereuen“
Gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte er, dass die Entscheidung des FC Chelsea „aus heiterem Himmel“ gekommen sei. „Der Rauswurf ist Wasser auf die Mühlen derer, die gegen Investoren im Fußball sind. Das war eine reine Investoren-Entscheidung.“
Und der 05-Boss wurde noch deutlicher: „Da hat einer, der keine Ahnung vom Fußball hat, wohl gemeint, dass ihm Platz 6 nicht mehr reicht und gesagt: Dann probieren wir halt mal einen anderen Trainer.“ Denn nach sechs Spielen könne es keinen anderen Grund geben. Das Problem habe am Ende vor allem der Verein selbst. „Diese Entscheidung werden sie bei Chelsea noch bitter bereuen – so einen guten Trainer bekommen sie so schnell nicht wieder.“