Trotz Corona: Bauarbeiter in Mainz arbeiten noch

Viele Mainzer arbeiten inzwischen im Home-Office, aber auf den Baustellen laufen die meisten Arbeiten weiter.

Trotz Corona: Bauarbeiter in Mainz arbeiten noch

Trotz drastischer Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie arbeitet die Baubranche in Mainz mit einem Großteil ihrer Kapazität weiter. Darauf weist die Gewerkschaft IG BAU hin – und dankt den 1460 Bau-Beschäftigten in der Stadt für ihren Einsatz.

„Viele haben in den letzten Tagen zugepackt und machen das auch weiterhin. Natürlich trifft Corona auch den Bau hart. Das Abstandhalten macht die Hand-in-Hand-Arbeit nicht leichter, ist aber ein Muss. Trotzdem zeigt sich die Bauwirtschaft bislang insgesamt deutlich immuner gegen die Krise als viele andere Branchen“, sagt Rüdiger Wunderlich von der IG BAU Rheinhessen-Vorderpfalz. Damit leisteten die Beschäftigten einen entscheidenden Beitrag zur Stützung der regionalen Wirtschaft. „Es sind die Maurer und Zimmerleute, die Landschaftsgärtner, die Dachdecker und Straßenbauer. Und vor allem auch die, die für den Nachschub auf dem Bau sorgen: die Beschäftigten der Baustoff-Industrie“, so Wunderlich.

Sie alle hielten einen zentralen Wirtschaftszweig in Mainz am Laufen. Denn wer auch in der Krise für mehr Wohnraum und funktionierende Straßen sorgt, der baue mit seinem Job ein Stück an der Zukunft. „Damit leisten Bauleute einen enorm wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Es ist Zeit, ihnen dafür einfach auch mal ‚Danke!‘ zu sagen“, so Wunderlich. Zugleich appelliert der Gewerkschafter an die Arbeitgeber, die strikte Einhaltung der Hygieneregeln sicherzustellen. Große Frühstücksrunden im Baucontainer seien aktuell ebenso tabu wie die Fahrt im vollbesetzten Bulli zur Baustelle, sagt Wunderlich. Jede Baufirma müsse hier ihren eigenen Pandemie-Plan erstellen.

Gesundheit stehe aktuell an oberster Stelle. Der Mindestabstand von 1,5 Metern müsse unbedingt eingehalten werden – besser sei eine ganze Zollstocklänge: also zwei Meter. Das gelte für alle Bürger – und das muss auch auf dem Bau gelten. Sollte es bei speziellen Arbeiten nicht gehen, müsse der Chef spätestens dann auch Masken und Schutzhandschuhe bereitstellen. „All das heißt, dass sich Gewohnheiten ändern müssen. Es darf nicht alles 08/15 weiterlaufen“, so Wunderlich. Viele Handgriffe, viele Sachen, die ‚schon immer so waren‘, gehen jetzt nicht mehr. Arbeitsabläufe müssen sich ändern. „Der Schutz der Beschäftigten hat oberste Priorität. Missachtet der Chef das, müssen sich die Mitarbeiter zur Wehr setzen. Dabei hilft die Gewerkschaft“, sagtWunderlich. (pk)

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