Wo ukrainische Flüchtlinge in Mainz jetzt untergebracht werden sollen

Millionen Menschen sind auf der Flucht vor dem Krieg. Auch die Stadt Mainz, Privatleute und Hotels wollen Unterkünfte zur Verfügung stellen. Wie es nun weitergehen soll, erklärte Oberbürgermeister Ebling im Merkurist-Gespräch.

Wo ukrainische Flüchtlinge in Mainz jetzt untergebracht werden sollen

„Wir wollen den Menschen Schutz und Sicherheit bieten, wo wir können. Das ist unsere Verpflichtung“, verkündete Oberbürgermeister (OB) Michael Ebling (SPD) vor einiger Zeit. Dazu stelle die Stadt Unterkünfte für die Geflüchteten an verschiedenen Stellen zur Verfügung, beispielsweise in der ehemaligen Housing Area in Gonsenheim oder auch in Turnhallen (wir berichteten). Auch die Nutzung des Allianzhauses werde verlängert und die Gemeinschaftsunterkunft in der Wilhelm-Quetsch-Straße in Bretzenheim reaktiviert, so Ebling gegenüber Merkurist.

„Wir haben außerdem eine unglaublich große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung.“ Eine Woche nach dem Aufruf der Stadt, dass sich Leute mit freien Wohnkapazitäten melden sollten, komme viel positive Resonanz. „Es gibt schon etwa 80 Angebote. Wir würden uns auch über weitere freuen.“

Noch nicht viele geflüchtete Ukrainer in Mainz

Wie Ebling erklärt, seien inzwischen etwa 40 Menschen aus der Ukraine in Mainz angekommen (Stand 8. März). Zum Vergleich: In Wiesbaden sind es bereits mehr als 200 (wir berichteten). „Das ist noch nicht viel, auch in ganz Rheinland-Pfalz ist es noch überschaubar, aber wir erwarten deutlich mehr“, so Ebling. Seit dem Wochenende werde von Berlin aus verteilt, wo jetzt täglich etwa 8000 Menschen ankommen würden. „Es ist klar, dass uns die Folgen dieses Krieges erreichen werden. Wie viele es am Ende werden, können wir noch nicht sagen, aber wir wollen auf jeden Fall vorbereitet sein und den Menschen Schutz bieten.“

Die Stadt bereite sich auch für den Fall vor, dass sehr kurzfristig sehr viele Menschen kommen. „Dann könnte es sein, dass wir eine Turnhalle belegen müssen. Noch wissen wir nicht, wie groß der Zustrom wird“, erklärt Ebling. Ähnlich wie 2015, als tausende Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof angekommen waren, wolle man sich auch jetzt auf eine solche Situation einstellen: „Dann haben wir auch mit Feldbetten in Turnhallen erst einmal eine Auffangsituation geschaffen. Darauf wollen wir auch jetzt vorbereitet sein.“

Auch in der Hotellerie sei die Bereitschaft zu helfen groß: „Den Verband erreichen viele Hilfsangebote, insbesondere, um den Geflüchteten zunächst eine Herberge und erste sichere Zuflucht zu gewähren“, erklärt die Dehoga Rheinland-Pfalz. Der Verband hat daher auf seiner Webseite ein Tool eingerichtet, mit dem sich Beherbergungsbetriebe, die Geflüchtete aufnehmen möchten, registrieren können. Die Angebote stellt die Dehoga dann den jeweiligen Städten und Landkreisen zur Verfügung.

Wer privaten Wohnraum zur Verfügung stellen kann, etwa Ferienwohnungen oder leerstehende Wohnungen, kann sich bei der Stadt Mainz melden, entweder unter der Telefonnummer 06131-12 31 79 oder per E-Mail unter fluechtlingskoordination@stadt.mainz.de.

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