Die Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Universitätsmedizin Mainz (UM) hat am Montag einen neuen Linearbeschleuniger offiziell vorgestellt. Das Gerät soll die Heilungschancen für Krebspatienten verbessern und gleichzeitig die Nebenwirkungen der Behandlung vermindern. Das teilt die Universitätsmedizin mit.
Bei einer Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen auf einen Tumor gerichtet, um Krebszellen zu zerstören und umliegendes gesundes Gewebe zu schonen. Der neue Linearbeschleuniger vom Typ „TrueBeam 4.1“ ist mit einer besonders leistungsfähigen Bildgebung ausgestattet. Diese Technik ermöglicht es, die Bewegung des Tumors während der Bestrahlung zu beobachten, beispielsweise bei der Atmung. So kann die Strahlung noch genauer auf das Ziel ausgerichtet werden.
Seit Ende Juli 2025 ist das neue Gerät im Einsatz. Zusätzlich wurde Anfang September ein bereits vorhandener Linearbeschleuniger auf das neueste Modell aufgerüstet, sodass nun zwei Geräte der neuesten Generation zur Verfügung stehen.
Kürzere Behandlungszeit und weniger Nebenwirkungen
Die neuen Geräte zeichnen sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen durch eine höhere Geschwindigkeit aus. Die Bestrahlungspositionen können schneller angefahren und Bilder rascher verarbeitet werden. Die kürzere Bestrahlungszeit ist für die Patienten angenehmer.
„Ziel der modernen Krebstherapie ist der Weg zurück in ein normales Leben. Unser neuer Linearbeschleuniger ist ein wichtiges Werkzeug, um dies für unsere Patientinnen und Patienten zu erreichen“, erklärte Prof. Dr. Heinz Schmidberger, Direktor der Klinik für Radioonkologie. Das Gerät wird zur Behandlung aller Krebsarten eingesetzt, besonders häufig bei Prostata-, Kopf-Hals- oder Lungentumoren sowie bei Brustkrebs. Auch eine hochdosierte Bestrahlung von Metastasen ist möglich. So können beispielsweise bei Hirnmetastasen bis zu zehn Metastasen in einer Sitzung bestrahlt werden.
Der neue Linearbeschleuniger wird laut Schmidberger auch für die Forschung genutzt. In einer klinischen Studie werden Sarkome vor der Operation präzise und hochdosiert bestrahlt. Dadurch sollen Tumorzellen abgetötet und das Risiko einer Zellverschleppung während der Operation verringert werden. Gleichzeitig soll das Immunsystem lernen, den Krebs als fremd zu erkennen. Eine ähnliche Studie ist für Kopf-Hals-Tumore geplant.