„Joaquin will leben“ - Spendenaktion für 9-jährigen Mainzer

Joaquin ist neun Jahre alt und kämpft um sein Leben. Der krebskranke Mainzer hat mehrere Chemotherapien hinter sich - ohne Erfolg. Um sich eine teure Behandlung aus den USA leisten zu können, startete seine Familie nun einen Spendenaufruf.

„Joaquin will leben“ - Spendenaktion für 9-jährigen Mainzer

Joaquin kämpft um sein Leben - und das nicht zum ersten Mal. Erst neun Jahre ist er alt, trotzdem hat er unzählige Klinikaufenthalte und Chemotherapien hinter sich. Denn der junge Mainzer hat Krebs. „2011 fing alles mit Beinschmerzen an und am Ende landeten wir in der Kinderonkologie“, sagt seine Mutter Sanaa Colon. Außer Joaquin hat sie mit ihrem Mann noch zwei weitere Kinder (13 und 12 Jahre alt), zusammen leben sie in der Mainzer Neustadt. Die Diagnose 2011 war niederschmetternd: Joaquin hatte ein Neuroblastom im 4. Stadium. „Der Tumor lag an der Nebenniere und hatte bereits großflächig gestreut.“ Joaquin war damals zweieinhalb Jahre alt.

Mehrere Behandlungsmethoden gescheitert

Die Ärzte entfernten den Tumor samt Nebenniere, dann folgte eine Chemotherapie nach der anderen. Immer wieder ging es dem Kind besser, der Krebs schien besiegt. Und dann kam doch wieder ein Rückfall. Aber seine Familie wollte nicht aufgeben, versuchte verschiedene Behandlungsmethoden. Zweimal machte Joaquin eine sogenannte RIST-Therapie, bei der er abwechselnd eine Woche ambulant eine Chemotherapie und dann eine Woche Immunsuppressiva bekam.

Für eine spezielle Antikörpertherapie mussten die Colons ein halbes Jahr lang alle drei Wochen für jeweils elf Tage nach Greifswald an die Ostsee fahren. „Das war nicht leicht, aber wir sagten uns: Was bedeutet der Aufwand schon, wenn unser Kind dadurch wieder gesund werden kann“, sagt Sanaa Colon. Doch die Therapie schlug nicht an, ebenso wenig wie die Behandlung bei einer Studie in Frankfurt, an der Joaquin im März 2018 teilnahm.

Dabei hatte es zuletzt so gut ausgesehen: „Nach starken Schmerzen konnte Joaquin plötzlich wieder ohne Stütze gehen und sein Bein belasten. Auch die Schwellung ging zurück“, so seine Mutter. Dann verschlechterte sich sein Zustand wieder. Vergangene Woche kam die Nachricht, dass der Krebs die Lymphknoten, den Beckenbereich und wahrscheinlich das ganze Knochenmark erreicht habe. „Erneut brach eine Welt für uns zusammen. Wie kann das von einem auf den anderen Tag so kommen? Wir verstanden die Welt nicht mehr.“ Weil Joaquin starkes Fieber bekam, wurde er am Montag mit sehr schlechten Blut- und Entzündungswerten ins Krankenhaus eingeliefert.

Krankenkenkasse übernimmt nicht Therapie aus USA

Die Ärzte versuchten nun, das Zellwachstum zu hemmen, in der Hoffnung, Zeit zu schinden und den Krebs etwas aufzuhalten. „Sie sind auch ratlos und wollen sich in den nächsten Wochen besprechen“, sagt Sanaa Colon. „Aber so viel Zeit haben wir nicht mehr.“ Ihre letzte Hoffnung: Die Ärzte hätten auch von einer Immuntherapie erzählt, zu der seit 2016 eine Studie in den USA läuft. Rund 5000 Euro soll das Medikament im Monat kosten. Das Problem: „Weil bei der aktuellen Studie noch nicht genug Daten vorliegen und sie in den USA läuft, übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht.“

Deshalb startete die Familie vergangene Nacht um 23:30 Uhr einen Spendenaufruf im Internet. Und die Resonanz ist riesig: Bis Freitag um 17:30 Uhr wurden mehr als 15.000 Euro für Joaquins Behandlung gespendet. „Für uns ist das unglaublich, wir sind sehr gerührt“, sagt seine Mutter. „Solange mein Sohn kämpfen will, werden wir ihn nicht aufgeben.“ Und Joaquin will leben: „Mit der Chemotherapie ging es ihm sehr schlecht, er musste sich fünf bis sechs mal am Tag übergeben“, sagt Sanaa Colon. „Trotzdem sagte er mir, als er wieder ins Krankenhaus musste: Es ist mir egal, Mama. Hauptsache ich werde gesund.“

Wer Joaquin und seine Familie im Kampf gegen den Krebs unterstützen möchte, kann sich an der Spendenaktion beteiligen. Hier kommt ihr zu dem Aufruf im Internet.

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