Mainzer Forscher entdecken körpereigenen Tumor-Blocker

Neuer Durchbruch in der Krebsforschung?

Mainzer Forscher entdecken körpereigenen Tumor-Blocker

Wissenschaftler der Mainzer Universitätsmedizin haben neue Eigenschaften eines menschlichen Proteins entdeckt. Wie die Uni mitteilt, wirkt das Protein MYPOP gegen Virusinfektionen und Krebs. Es unterdrücke die Bildung neuer viraler Bausteine, verhindere die Teilung der Tumorzelle und töte Krebszellen ab.

Festgestellt hatte das die Arbeitsgruppe von Dr. Luise Florin vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, als sie untersuchte, wie eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) abläuft. Onkogene HPV-Typen seien mitentscheidend für das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs und weiterer Tumoren.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass MYPOP zentrale antivirale Eigenschaften besitzt: Es erkennt Papillomviren inklusive ihrer DNA. Indem es sich an das virale Kapsidprotein und die virale Kontrollregion der DNA binde, werde die Infektion der Schleimhautzellen blockiert und langfristig die Tumorentstehung verhindert.

Wie die Forscher zudem feststellten, fehlt den HPV-Tumorzellen das Protein MYPOP, das normalerweise in Hautzellen in hohen Mengen vorhanden ist. Wenn die Wissenschaftler das Protein in die Tumorzellen einbrachten, konnten sich die Zellen nicht mehr ungehemmt teilen. Auch in anderen Krebszellen beobachteten die Wissenschaftler diesen Effekt. Ob MYPOP wirklich bei Therapien gegen Virusinfektionen oder Krebs helfen kann, müssen allerdings weitere Forschungsarbeiten zeigen.

Die Ergebnisse sind nachzulesen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Oncogene“.

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