Corona: Warum die Hospitalisierung einen neuen Höhepunkt erreicht hat

So hoch wie zuletzt war der Hospitalisierungswert in Rheinland-Pfalz seit November 2021 noch nie. Doch woran liegt das?

Corona: Warum die Hospitalisierung einen neuen Höhepunkt erreicht hat

Die Corona-Herbstwelle nimmt langsam an Fahrt auf. Lag die Sieben-Tage-Inzidenz am 19. September in Mainz noch bei 239, hat sich der Wert am 30. September schon mehr als verdoppelt: 588. Für Omikron-Verhältnisse ist das noch keine besonders hohe Zahl, so betrug die Inzidenz im März dieses Jahres schon mehr als 2000.

Ungewöhnlich ist allerdings ein anderer Wert: Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz lag am 30. September bei 10,04. Es ist der erste zweistellige Wert, seit die Hospitalisierung regelmäßig vom Landesuntersuchungsamt (LUA) veröffentlicht wird (seit November 2021). Der Wert gibt an, wie viele Patienten pro 100.000 Einwohner in einer Woche neu mit einer Corona-Infektion in Krankenhäusern aufgenommen wurden.

Doch wie ist der sprunghafte Anstieg zu Beginn der Corona-Welle zu erklären? Gibt es etwa eine neue Zählweise in Rheinland-Pfalz? Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagt nein. „Aber es kann davon ausgegangen werden, dass die Krankenhäuser durch die Verwendung einer angepassten Meldesoftware ihre Meldung zeitnah den Gesundheitsämter zusenden können.“

„Mit Corona und nicht wegen Corona in Kliniken eingeliefert“

Dass die Hospitalisierung steigt, liegt laut der Sprecherin vor allem an der „kalten Jahreszeit“. Die Menschen hielten sich nun wieder mehr in geschlossenen Räumen auf, was die Weitergabe und Ausbreitung des Virus begünstige. „Coronaviren verbreiten sich über Aerosole, die über längere Zeit in der Luft schweben und sich so in geschlossenen Räumen gut verteilen können. Insgesamt kann von einem saisonalen Effekt ausgegangen werden.“

Der sehr hohe Hospitalisierungswert sei allerdings auch auf einen anderen Effekt zurückzuführen, den es vor Omikron noch nicht so stark gab. „Wir beobachten, dass die Zahl der Patientinnen und Patienten in den rheinland-pfälzischen Kliniken mit Corona steigt, allerdings gilt es dabei zu beachten, dass die Menschen größtenteils mit Corona und nicht wegen Corona in die Kliniken eingeliefert werden.“ Bei der Zahl derer, die wegen Corona auf der Intensivstation behandelt werden müssen, sei aktuell noch kein Anstieg zu verzeichnen.

Am Montag nun sank die landesweite 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz indes wieder. Am Nachmittag vermeldet das LUA einen Wert von 6,01 pro 100.000 Einwohner.

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