Neues Motorenkraftwerk auf Ingelheimer Aue in Mainz geplant

Auf der Ingelheimer Aue in Mainz entsteht ein neues Kraftwerk. Es soll die Energiewende unterstützen und ist bereits für Wasserstoff vorbereitet. Ein zweites Großprojekt liegt aber auf Eis.

Neues Motorenkraftwerk auf Ingelheimer Aue in Mainz geplant

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) planen die Errichtung eines neuen Motorenkraftwerks auf der Ingelheimer Aue in Mainz. Wie das Unternehmen mitteilt, läuft seit dem 9. Februar 2026 die öffentliche Beteiligung für das Genehmigungsverfahren. Der Antrag für den Bau und Betrieb wurde bereits im Oktober 2025 eingereicht, die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2027 geplant.

Das neue Kraftwerk soll eine elektrische Gesamtleistung von rund 54 Megawatt haben, die von zwölf Gasmotoren erzeugt wird. Es soll die bestehenden Anlagen ergänzen und eine flexible Stromerzeugung ermöglichen. „Das neue Gasmotorenkraftwerk ist ein strategischer Meilenstein für die Energieversorgung in Mainz. Es verbindet Effizienz mit Zukunftsfähigkeit und sichert den Betrieb unseres Rechenzentrums auch im Schwarzfall ab“, erklärt KMW-Vorstand Oliver Malerius.

Flexibel und zukunftssicher

Aufgrund einer modularen Bauweise kann die Anlage ihre Leistung flexibel an den tatsächlichen Strombedarf anpassen. So soll das Kraftwerk die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in wind- und sonnenarmen Zeiten unterstützen. Eine besondere Funktion ist die Schwarz- und Schnellstartfähigkeit: Bei einem kompletten Netzausfall kann das Kraftwerk die Stromversorgung für das ebenfalls am Standort entstehende Rechenzentrum „Green Rocks“ sicherstellen.

Das Motorenkraftwerk wird zunächst mit Erdgas betrieben, ist aber bereits „H2-ready“ konzipiert. Sobald Wasserstoff verfügbar ist, kann die Anlage darauf umgerüstet werden. Auch eine spätere Nutzung zur Erzeugung von Fernwärme ist bereits eingeplant.

Zweites Großprojekt liegt auf Eis

Außer diesem Motorenkraftwerk plant die KMW langfristig auch ein deutlich größeres, wasserstofffähiges Gaskraftwerk, das sogenannte Zukunftskraftwerk (ZKW). Dieses Projekt befindet sich laut KMW allerdings derzeit in einer Wartephase, da politische Abstimmungen auf Bundesebene noch ausstehen.

„Damit KMW die finale Investitionsentscheidung für das Zukunftskraftwerk treffen kann, sind noch konkrete Ausgestaltungen der Kraftwerksstrategie und eine Abstimmung mit den Gremien notwendig“, so Malerius. Das Unternehmen sei für das Projekt bereits mit der Sanierung des Baugrundstücks sowie mit Planungen in Vorleistung gegangen.