Star-DJ Fritz Kalkbrenner legt Rheinhessen-Wein auf

Musik und Wein - das passt laut Winzer Nico Espenschied gut zusammen. Nun macht er mit dem Berliner Techno-Produzenten Fritz Kalkbrenner gemeinsame Sache. Zusammen bringen sie einen Weißwein auf den Markt.

Star-DJ Fritz Kalkbrenner legt Rheinhessen-Wein auf

Wenn der Flonheimer Winzer Nico Espenschied beginnt, von seiner Kooperation mit dem Berliner Techno-Produzenten Fritz Kalkbrenner zu erzählen, kommt er ins Schwärmen. „Ich mag seine Musik auch privat sehr gerne und glaube, ich habe keinen Wein produziert, ohne, dass seine Songs gelaufen sind.“ Musik und Wein - das gehört für den 32-Jährigen einfach zusammen. Nun steht die gemeinsame Weißwein-Kreation „Kalkbrenner & Espenschied 2018“ zum Verkauf - online und auf dem Weingut Espenhof. „Man muss schon sagen, allein der Nachname von Fritz ist natürlich mega cool und ultrapassend für den Wein“, sagt der Winzer.

Auf die Idee kam Espenschied schon vor etwa drei Jahren. Und da bei seiner Arbeit die Tracks von Kalkbrenner liefen, lag es nahe, mit ihm zusammenzuarbeiten. Ein gemeinsamer Bekannter organisierte ein Treffen. „Da habe ich offenbar offene Türen eingerannt“, sagt Espenschied und lacht. Kalkbrenners Nachbar, ein Weinhändler, hatte dem Produzenten öfter mal Wein zukommen lassen - darunter auch eine Flasche des Flonheimer Winzers. Daran habe sich der Berliner DJ erinnert. Kein halbes Jahr später präsentierten die beiden auf der ProWein-Messe in Düsseldorf ihr gemeinsames Erzeugnis.

„Haben den ganzen Keller auf den Kopf gestellt“

Doch bis es soweit war, mussten einige Rebsorten getestet werden. „Fritz war ein langes Wochenende bei mir auf dem Hof und wir haben die Abende damit verbracht, alles zu probieren. Den ganzen Keller haben wir auf den Kopf gestellt.“ Schließlich haben sie sich auf drei Bestandteile geeinigt: Sauvignon Blanc Pfaffenberg, Sauvignon Blanc La Roche und Riesling Ringelberg. Es solle ein leichter Wein sein, da waren beide sicher, geeignet, um ihn beim Tanzen oder auf einem Festival zu trinken. Das können die Kunden dann auch gleich ausprobieren, denn zum Wein gibt es auch eine passende Spotify-Playlist. Mit den Rückmeldungen ist Espenschied bisher sehr zufrieden. „Die Nachfrage ist groß, fast täglich bekomme ich Kommentare auf Instagram.“ Auch Restaurants und Weinhändler seien sehr interessiert.

Zu Wein ist Espenschied aber eher über Umwege gekommen. „Ich bin auf dem Weingut groß geworden, war aber kein typischer Winzersohn. Ich ging meinen Hobbys nach und wollte nach dem Abitur eigentlich Chemie studieren.“ Dazu kam es nicht, seine Wehrdienst-Verweigerung zog sich so lange hin, dass es dafür zu spät gewesen sei. Bei einem Winzerpraktikum in der Pfalz entdeckte er die Liebe zum Wein. Eine Lehre im dortigen Weingut und ein Studium in Geisenheim schlossen sich an. Seit 2012 betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Laura, seiner Schwester Lena und seinen Eltern Weingut, Hotel und Restaurant Espenhof.

Mit Kooperation einen Traum erfüllt

Gerade die Lage sei besonders, sagt Espenschied. „Geologisch hat Flonheim an der Grenze zur Nahe einige Besonderheiten, es ist eher kühl, die Böden sind karg, es gibt viel Kalkstein und Porphyr. Das gibt dem Wein ordentlich Grip.“ An seinen Erzeugnissen möchte der 32-Jährige so wenig wie möglich machen: wenig Schwefel, kaum Filtration. „Grundsätzlich ist mir bei Wein wichtig, dass er so natürlich wie möglich bleibt. Es ist ein Naturprodukt, das ich erhalten möchte, wie ich es bekomme.“

Mit wem würde Espenschied denn noch gerne mal zusammenarbeiten? „Eigentlich habe ich mir mit der Kalkbrenner-Kooperation schon einen großen Traum erfüllt. Aber wen ich sehr gerne mal treffen würde, ist Maynard James Keenan.“ Der Sänger der Progressive-Metal-Band ist ebenfalls Winzer und hat einen Weinberg in Arizona. „Es wäre cool, sich mal mit ihm auszutauschen.“ Und welchen Wein würde man zu Progressive Metal trinken? „Vermutlich einen schweren Rotwein“, sagt Espenschied und lacht. (mm)

Logo