Könnte es neue Clubs in der Mainzer Innenstadt geben?

Erteilt die Stadt keine Konzessionen mehr für neue Clubs in der Innenstadt? Diesen Eindruck hat zumindest eine Merkurist-Leserin. Doch hat sie auch recht? Wir haben bei der Stadt nachgefragt.

Könnte es neue Clubs in der Mainzer Innenstadt geben?

Ende Juli wird die Mainzer Clubszene um eine Location ärmer: Nach 17 Jahren muss das „50Grad“ in der Mittleren Bleiche schließen. Wie Merkurist bereits berichtete, machen Abrissarbeiten in dem Gebäude die Schließung erforderlich. Das Land Rheinland-Pfalz hatte den „Eltzer Hof“ Anfang des Jahres an die Berliner Immobilienfirma „Eltzer Hof Projektentwicklungsgesellschaft“ verkauft.

Mit dem „50Grad“ verliert Mainz also einen beliebten Club mit zentraler Lage. Dass aber neue Clubs in der Innenstadt eröffnen, war in den vergangenen Jahren eher selten. Merkurist-Leserin Anja fragt sich deshalb: Hat die Stadt überhaupt Interesse daran, dass sich Clubs in der Altstadt oder Neustadt ansiedeln? „Warum erteilt die Studentenstadt keine Konzessionen mehr für Clubs in der Innenstadt?“, schreibt sie in ihrem Snip.

Was die Stadt Mainz sagt

Dass sich die Stadt gegen neue Clubs in der Innenstadt sperre, sei falsch, sagt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Generell sei es aber nicht Aufgabe der Stadt, mögliche Locations für neue Clubs zu suchen. „Die Anbieter müssen den Markt nach einer passenden Fläche sondieren, mit dem Vermieter verhandeln und schließlich auf uns zukommen.“ Ob dann die Konzession für einen Club erteilt werden kann, hänge etwa von Faktoren wie dem Lärmschutz oder der Größe der Location ab. „Die Räume sollten sich auch nicht unbedingt im fünften Stock befinden“, so Peterhanwahr.

Dass das „50Grad“ schließen muss, bedaure die Stadt sehr. „Einfluss darauf hatten wir allerdings nicht, da der Eltzer Hof dem Land Rheinland-Pfalz gehört hat“, so Peterhanwahr. Das „50Grad“ habe eine perfekte Lage, weil es von Ministerien umgeben sei, nicht direkt im Wohngebiet liege. „In einer dicht bebauten Stadt wie Mainz gibt es nicht viele solcher Flächen.“ In Wohngebieten müsse immer der Lärmschutz eingehalten werden.

„50Grad“ sucht neuen Standort

Die Betreiber des „50Grad“ wollen den Betrieb dennoch fortführen. „Und das muss auch in der Innenstadt sein“, so Matthias Orlowski gegenüber Merkurist. Derzeit gebe es zwei bis drei Locations, die dafür in Frage kommen. Auch mit der Stadt Mainz werde bereits wegen einer Location gesprochen. „Es gestaltet sich äußerst schwierig, aber wir würden gerne weitermachen.“

Unterdessen wehrt sich die Stadt gegen den Eindruck, dass das Angebot für junge Menschen in Mainz immer schlechter werde. „Die Club-Landschaft ist deutlich vielfältiger als beispielsweise noch vor 20 Jahren. Es gibt mittlerweile eine Menge an Angeboten für junge Menschen“, so Peterhanwahr. Außerdem wird es ab Ende des Jahres eine weitere Alternative für Club-Gänger geben: Nach rund zwei Jahren soll das Kulturzentrum (KUZ) wieder öffnen.

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