So soll die Mainzer Innenstadt attraktiver werden

Reihenweise Nagelstudios, Fastfood-Anbieter und Augenoptiker: Viele finden die Mainzer City längst nicht mehr interessant genug, um dort einzukaufen. Doch die Stadt ist bereits dabei, die Attraktivität der Innenstadt weiter zu steigern.

So soll die Mainzer Innenstadt attraktiver werden

Ist die Mainzer Innenstadt - die Corona-Krise augeklammert - generell noch interessant, um dort zu shoppen? Diese Frage wird schon seit langem kontrovers diskutiert. Während viele den Branchenmix vor Ort für nicht gelungen halten und neue Konzepte fordern, bewertet Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) die Situation anders (wir berichteten). Doch was tut nun die Stadt konkret, um die Attraktivität der City zu erhöhen, gerade im Hinblick auf den immer stärker wachsenden Online-Handel?

Neues Einkaufsquartier Ludwigstraße

Dass es generell in deutschen Städten schwierig ist, jüngere Menschen für eine Shopping-Tour in den Innenstädten zu begeistern, besagt die Studie „Vitale Innenstädte 2020“ des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), die der „Bild“ vorliegt. Demnach können sich nur 29 von 100 jungen Leuten unter 25 Jahren noch für einen Einkaufsbummel durch das Stadtzentrum begeistern. 51 kaufen lieber online ein. Wie IFH-Chef Boris Hedde gegenüber der Zeitung sagt, würden viele kleine Läden und Boutiquen nach Corona nicht mehr da sein. Aber auch große Ketten müssten Filialen schließen. Insgesamt bräuchte man neue Ideen. „Einkaufen muss zunehmend zum Erlebnis werden. Wenn zum Beispiel ein Kaufhaus Flächen für E-Game-Events freigibt, kommt auch die Jugend wieder“, so Hedde.

In Mainz jedenfalls soll sich demnächst einiges tun. Gegenüber Merkurist sagt Wirtschaftsdezernentin Matz, dass eine ganz konkrete Maßnahme zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Innenstadt die Entwicklung der Ludwigsstraße sei. Die Bauarbeiten am ehemaligen Karstadt-Gebäude würden demnächst starten. „Wir sind sehr froh und glücklich, dass wir an dieser Stelle in einigen Jahren ein sehr attraktives neues Einkaufsquartier haben werden, das mit Sicherheit noch einmal viele neue Gäste in unsere Stadt holt. Wir sind davon überzeugt, dass von diesem neuen Quartier auch die umliegenden Bereiche profitieren“, so Matz.

Darüber hinaus plane man gerade Workshops, in denen sich die Stadt gemeinsam mit Vertretern des Handels, der Gastronomie, der Hotellerie, der Kultur, der Verbände und weiterer Akteure Gedanken über die Zukunft der Innenstadt mache - und konkrete kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Verbesserung erarbeiten werde. Dabei werde sicher auch der Umgang mit dem immer stärker werdenden Online-Handel eine große Rolle spielen, erklärt Matz. „An konkreten Maßnahmen haben wir bereits eine Werbekampagne für den Einkaufsstandort Mainz gemacht, die in diesem Jahr fortgesetzt werden soll, und mit unserem Hilfspaket ‘Mainz hilft sofort’ konnten wir finanziell viele Aktionen zur Unterstützung beziehungsweise Belebung des Handels und der Gastronomie fördern.“

Stadt will „weiter für Impulse sorgen“

Aktuell, so Matz, plane man gemeinsam mit dem Verein Mainz Citymanagement, mainzplus Citymarketing und weiteren Akteuren der City Aktionen und Maßnahmen, um weiter für Impulse zu sorgen und die Stadt zu beleben. Dafür sei es aber natürlich entscheidend, dass sich der Inzidenzwert weiter nach unten bewegt beziehungsweise sich positiv entwickelt. Eine gewisse Zeit werden man also weiter noch auf Sicht fahren und vorsichtig sein müssen. Sie hoffe aber sehr, dass sich mit einem Fortschreiten der Impfkampagne die Situation gerade in der zweiten Jahreshälfte weiter verbessert, und alle bald wieder zu einer Normalisierung des Lebens zurückkehren können. „Wenn wir diese Situation jetzt meistern und die verschiedenen Akteure weiter zusammenarbeiten, dann bin ich mir sicher, dass unsere Innenstadt trotz aller Probleme eine gute Zukunft hat“, so Matz abschließend.

Logo