So soll Wohnraum bezahlbar bleiben

Mainz wächst und wächst und wächst... Doch wie will die Stadt dafür sorgen, dass auch in Zukunft genügend Wohnraum vorhanden ist - und dass man ihn sich auch leisten kann? Oberbürgermeister Michael Ebling stellte das Konzept der Stadt nun vor.

So soll Wohnraum bezahlbar bleiben

Es bleibt das große Thema in Mainz: die Schaffung von neuem Wohnraum. Die Stadt ist mittlerweile auf 220.000 Einwohner angewachsen, das sind 20.000 mehr als vor zehn Jahren. Ein Ende dieser Entwicklung ist vorerst nicht in Sicht. Das Ziel, von 2011 bis 2020 insgesamt 6500 neue Wohnungen zu schaffen, erreichte die Stadt bereits Ende des vergangenen Jahres. Mittlerweile sind es 7052 neue Wohnungen, wie Oberbürgermeister Michael Ebling bei einem Pressegespräch am Mittwochmorgen sagte.

Die Lage am Wohnungsmarkt bleibt aber weiter angespannt, deshalb sollen bis 2025 noch 5500 neue Wohnungen folgen. Das wichtigste Wohnbauprojekt gibt es derzeit in Weisenau: Im Heiligkreuz-Viertel entstehen 2000 neue Wohneinheiten. Insgesamt wird in Mainz an 24 Standorten gebaut: von kleineren Projekten wie auf der Frankenhöhe in Laubenheim (50 Wohneinheiten) oder der Housing Area in Gonsenheim (52) bis zu Großprojekten wie dem Zollhafen, an dem immer noch mehr als 1000 neue Wohneinheiten entstehen.

Bezahlbarer Wohnraum

Zudem will die Stadt Mainz weitere Instrumente schaffen, um für mehr Wohnungen zu sorgen. In diesem Jahr soll zum ersten Mal ein Wohnungsmarktbericht erstellt werden, der qualitative Aussagen über den Wohnungsmarkt bis 2030 trifft. „Es geht also nicht nur darum, wo wir bauen sollen, sondern auch was wir bauen sollen“, so Ebling.

Doch mehr Wohnraum reicht noch nicht, denn: Er muss auch bezahlbar sein. Dafür will die Stadt die Quote von 25 Prozent gefördertem Mietwohnraum bei neuen Bauprojekten beibehalten. „Entscheidender als die Quote ist, dass der geförderte Wohnraum auch in absoluten Zahlen steigt“, so OB Ebling. Bis 2014 war die Zahl geförderter Wohnungen auf 5273 gesunken, seitdem ist sie wieder auf 5849 gestiegen (Stand 2018). „Wir sind die einzige Stadt im Rhein-Main-Gebiet, in der der Anteil wieder steigt.“ Das soll auch in den nächsten Jahren so bleiben: Dank einer Vereinbarung mit dem Land sollen 2021 weiter 900 geförderte Wohnungen entstehen.

Erstes Null-Emissions-Gebiet

Ein weiterer Baustein, um den Wohnraum bezahlbar zu machen: In Zukunft will die Stadt auf eine Konzeptvergabe von städtischen Grundstücken setzen. Das heißt: Diese sollen nicht mehr nur an den Höchstbietenden verkauft werden. Dadurch sollen mehr Grundstücke für preiswerten Wohnraum bereitgestellt werden. Weil das große Problem beim Wohnungsbau das zu knappe Flächenangebot ist, will die Stadt eine aktive Bodenvorratspolitik vorantreiben. „Boden ist der größte Kostentreiber“, sagt Ebling. Deshalb sollen künftig mehr Flächen in kommunale Hand gelangen.

Ein weiterer Punkt des Konzepts: klimafreundliches Wohnen. Der Endenergieverbrauch in der Stadt soll bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Das neue Wohngebiet Hechtsheimer Höhe (425 Wohneinheiten) soll das erste Null-Emissions-Wohngebiet werden. (pk)

Logo