So bewertet eine Werbeagentur Mainzer Wahlplakate

Am Sonntag, 26. Mai, ist es soweit - es wird gewählt. Schon seit Wochen machen die Parteien mit Wahlplakaten auf ihre Ideen aufmerksam. Für Merkurist hat die Mainzer Agentur „Einfallswinkel“ ein paar davon bewertet.

So bewertet eine Werbeagentur Mainzer Wahlplakate

Wer derzeit durch die Stadtteile läuft, kommt an ihnen nicht vorbei: Wahlplakate. Denn am Sonntag (26. Mai) ist Europa- und Kommunalwahl. Doch wie aussagekräftig sind die Plakate für Stadtrats- und Ortsbeiratswahl? Das Team von „Einfallswinkel“, einer Mainzer Agentur für Design und Werbung, hat für Merkurist die Gestaltung ausgewählter Plakate der Parteien analysiert.

CDU: „Das Plakat ist farblich hell und hat eine freundliche Stimmung. Die Personen wirken sehr gestellt und wurden sicherlich vor den Hintergrund retuschiert, was es noch inszenierter wirken lässt. Zusätzlich dazu gibt es drei Aussagen, aber alle sagen nichts über die Zielsetzung aus.“

SPD: „Man setzt klar auf die Bekanntheit des Oberbürgermeisters. Der Hintergrund vom Foto ist fraglich, aber im Gegensatz zur CDU vermutlich nicht retuschiert und somit authentischer. Die Kante verläuft nach oben, was eine Aufwärtsbewegung symbolisiert. Eine Aussage zu den Zielen fehlt, der Claim im Herz soll Verbundenheit mit Mainz hervorheben.“

Grüne: „Gestalterisch ist es das beste Plakat, denn die Aussage ist mit gestalterischen Mitteln 1:1 umgesetzt und unterstreicht diese damit. Das Plakat hat selbst schon jede Menge Grünfläche und wirkt klar und aufgeräumt.“

FDP: „Das Plakat ist sehr farbenfroh, für manchen sicherlich zu bunt. Der Wiedererkennungswert ist dadurch aber hoch.“

Linke: „Insgesamt lässt sich sagen, dass es viele Parteien versäumt haben, konkrete Aussagen über ihre politischen Ziele zu treffen. Eine reine Imagewirkung dürfte noch unentschlossenen Wählern wenig Anknüpfungspunkte liefern.“

AfD: „Durch Verlauf über dem Bild und Bildwahl wird eine sehr düstere Stimmung erzeugt. Zudem haben die Plakate eine sehr kühle Farbgebung. Textlich zeigt sich die Partei sehr kämpferisch.“

Freie Wähler: „Das ist äußerst schwierig. Das Plakat hat wenig Aussagekraft, die Bildwahl zielt auf Metaphorik ab, die jedoch nicht gelingt. Allgemein ist eine niedliche Bildsprache in der Politik eher fraglich. Eventuell könnte die Partei das Bild einfach weglassen. Vor allem die Kinderzeichnung neben dem Logo macht es recht naiv.“

ÖDP: „Der Kandidat wirkt eher wie ein DJ. Aussage zu Zielen leider Fehlanzeige.“

Piraten: „Die Partei hat die passende Bildsprache zum thematisieren Ziel gefunden.“

BIG: „Das Plakat ist sehr irreführend und wirkt eher, als würde eine Ernährungsberatung beworben werden - eine verwirrende Bildwahl.“

Die Partei: „Als Kreativer kann man die Partei eigentlich nur loben. Man freut sich immer wieder neue Motive zu entdecken. Es ist immer unterhaltsam, aber inhaltlich absolut auf den Punkt gebracht.“

Volt: „Hier steht zur Abwechslung eine politische Aussage im Fokus. Die Aussage ist aber vielleicht etwas zu kompliziert. Gestalterisch wäre eine kleinere Schrift besser, die Farbwahl ist auch etwas zu kontrastreich.“

Wer am 26. Mai das Rennen bei den Wahlen macht, lest Ihr hier auf Merkurist. (mm)

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