Warum Achim Beierlorzer ein typischer Mainz-05-Trainer ist

Neuer Trainer bei Mainz 05: Achim Beierlorzer wird Nachfolger von Sandro Schwarz. Vor etwas mehr als einer Woche war er noch Trainer des FC Köln. Doch passt Beierlorzer überhaupt zu Mainz 05? Ein Kommentar.

Warum Achim Beierlorzer ein typischer Mainz-05-Trainer ist

Rund eine Woche nach der Trennung von Sandro Schwarz steht fest: Achim Beierlorzer wird neuer Trainer beim FSV Mainz 05 (wir berichteten). Auch wenn sein Name in den vergangenen Tagen in einigen Medien bereits genannt wurde, kommt die Entscheidung für den 51-Jährigen überraschend. Denn nur einen Tag vor dem Aus von Sandro Schwarz war Beierlorzer beim FC Köln beurlaubt worden.

Fans und Experten stellen sich nun die Frage, ob Beierlorzer das Kunststück vollbringen kann, in kürzester Zeit von Alaaf auf Helau umzustellen. Dazu kommt, dass der FC Köln in der Tabelle noch schlechter als Mainz 05 dasteht. Warum also sollte ausgerechnet Beierlorzer die 05er voranbringen?

Beierlorzer der nächste Tuchel?

Interessant an der Verpflichtung ist: Einerseits ist Beierlorzer keine typische Mainz-05-Lösung, andererseits ist er es doch! Er ist der erste Trainer seit dem Dänen Kasper Hjulmand im Jahr 2014, der nicht aus dem Nachwuchsbereich der 05er kommt – Vorgänger wie Klopp und Tuchel hatten ebenfalls Stallgeruch. Gleichzeitig kann er nicht auf eine Spielerkarriere in höheren Ligen zurückblicken, lernte sein Trainer-Handwerk in unteren Klassen und Nachwuchsleistungszentren. Ganz ähnlich wie Ex-Mainz-Coach Thomas Tuchel oder der erfolgreiche Bundesligatrainer Julian Nagelsmann (RB Leipzig). Dazu kommt: Beierlorzer kam während seiner Zeit als Nachwuchs- und Cheftrainer bei RB Leipzig bereits mit einer Spielidee in Berührung, die der der Mainzer stark ähnelt.

In seiner vorletzten Station übernahm er den Zweitligaaufsteiger Jahn Regensburg und hielt den Verein zwei Jahre lang mit vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mitteln souverän in der Zweiten Liga, bevor er nach Köln weiterzog. So gesehen ist Beierlorzer ein typischer Mainz-05-Trainer, der vorab bereits Erfahrungen im Profifußball sammeln konnte. Mit Niko Bungert wird ihm außerdem ein Co-Trainer zur Seite gestellt, der elf Jahre als Spieler bei den 05ern war und die Verwandlung des Vereins vom kleinen Bruchweg-Club zum etablierten Bundesligisten hautnah miterlebte.

Was auf den ersten Blick für viele Fußballfans nach einer seltsamen Entscheidung aussieht, könnte am Ende sowohl für Achim Beierlorzer als auch für Mainz 05 ein Glückstreffer sein. Die 05er auf Relegationsplatz 16 und Union Berlin auf dem Mittelfeldrang 11 trennen gerade einmal vier Punkte. Der neue Trainer hat also noch alle Chancen, den FSV in der Liga zu halten. Eines aber ist klar: Wenn der Plan von Sportvorstand Rouven Schröder mit Achim Beierlorzer am Ende nicht aufgeht, wird auch er in erhebliche Erklärungsnot geraten. (df/rk)

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