Rouven Schröder darf keine Fehler mehr machen

Paukenschlag beim FSV Mainz 05: Nach weniger als einem Jahr im Amt hat man sich von Trainer Achim Beierlorzer getrennt. Doch was ist eigentlich mit Sportvorstand Rouven Schröder? Ein Kommentar.

Rouven Schröder darf keine Fehler mehr machen

Als am Montagmittag durchsickerte, dass Achim Beierlorzer nicht weiter Trainer von Mainz 05 ist, waren Fans und Journalisten nicht überrascht. Die wichtigeren Fragen waren für viele eher: Muss Sportvorstand Rouven Schröder auch gehen? Und wer folgt auf Beierlorzer als Trainer? Co-Trainer Jan-Moritz Lichte (40) soll die Mannschaft nun in den nächsten Wochen leiten. Ob Lichte darüber hinaus Trainer bleibt oder ob doch ein ganz neuer Coach verpflichtet wird, das entscheidet auch weiterhin Rouven Schröder. Doch der erlaubte sich in der Vergangenheit grobe Fehler.

Der Sportvorstand ist spätestens jetzt angezählt: Seit er 2016 das schwere Erbe Christian Heidels in Mainz antrat, ist Mainz 05 keine in sich ruhende Gemeinschaft mehr. Früher regelte Mainz 05 schwierige Situationen hinter verschlossenen Türen. Inzwischen dringen viele Konflikte nach außen. Klar, nicht nur Heidel verließ Mainz 05. Auch Harald Strutz und der alte Vorstand mussten gehen, Nachfolger Johannes Kaluza brachte Unruhe in den Club. Zumindest die Außendarstellung hatte sich unter dessen Nachfolger Stefan Hofmann wieder verbessert. Doch in knapp viereinhalb Jahren Amtszeit von Rouven Schröder muss nun nach Martin Schmidt und Sandro Schwarz mit Achim Beierlorzer schon der dritte Trainer gehen. Von Kontinuität keine Spur.

Die teuren Transfers der letzten Jahre zahlen sich nicht aus – und daran ist nicht nur die Corona-Krise Schuld. Bestes Beispiel: Die Millioneneinkäufe Jean-Philippe Mateta und Aaron Martin. Mateta leistete sich in den vergangenen Monaten eine Reihe von Disziplinlosigkeiten, darunter eine Verurteilung wegen Fahrerflucht, Streit um seine Hunde und verpasste Mannschaftstermine. Am spanischen Verteidiger Aaron Martin biss sich schon Beierlorzers Vorgänger Sandro Schwarz die Zähne aus (wir berichteten). Nach gutem Beginn verlor Aaron im letzten Jahr seinen Stammplatz. Trainer Beierlorzer zählte ihn vor wenigen Wochen an. Teure Spieler, für die Mainz womöglich nicht die gewünschten und benötigten Transfer-Gewinne erzielt.

Verwunderung über Lichte-Lösung

Und dann ist da der Fall Adam Szalai, der das Fass in der vergangenen Woche zum Überlaufen brachte (wir berichteten). Als die Mainzer Spieler wegen des Umgangs von Schröder und Beierlorzer kurzzeitig streikten, machte sich der FSV zur Lachnummer der Liga. Eine Pressekonferenz, die die Wogen glätten sollte, lieferte beinahe mehr Fragen als Antworten.

Auch die Ernennung von Jan-Moritz Lichte als Übergangstrainer wirkt seltsam. Warum sollte ausgerechnet Lichte nun Erfolg mit der Mannschaft haben? Er, der Assistent von Sandro Schwarz und Achim Beierlorzer war. Den Trainern, die plötzlich nicht mehr zum Verein gepasst haben sollen. Erfahrung als Cheftrainer hat Lichte kaum, im Oktober 2019 vertrat er Sandro Schwarz, als dieser wegen einer Sperre nicht an der Seitenlinie stehen durfte. Der FSV gewann das Spiel beim späteren Absteiger SC Paderborn glücklich.

Egal ob Lichte sich nun durchsetzt oder ob in dieser Saison noch ein völlig neuer Trainer präsentiert wird: Der Druck auf Sportchef Schröder ist gewaltig. Noch eine Trainerentlassung in den nächsten zwölf Monaten darf sich der 44-Jährige nicht mehr erlauben, sonst dürfte auch sein Posten neu besetzt werden.

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(df)

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