Bleibt endlich zuhause!

Ist es wirklich so schwierig, zuhause zu bleiben? Klar, das Wetter ist super. Aber Überleben ist auch ganz gut. Wenn schon nicht für Euch, tut es für die vielen, die zu einer Risikogruppe gehören, fordert unser Autor.

Bleibt endlich zuhause!

Das Wetter ist super, die Sonne scheint, in den Cafés und Restaurants bekommt man problemlos noch einen Platz und die Parks und Grünflächen laden zum geselligen Beisammensitzen oder Angrillen ein — und trotzdem solltet Ihr endlich zuhause bleiben!

Klar, Ihr seid jung, Eure Abwehrkräfte stark. Euch geht das Coronavirus nichts an. Es klingt unvorstellbar, aber so scheinen tatsächlich noch viele Menschen zu denken. Und sie verstehen auch scheinbar nicht, warum sie verantwortungslos handeln. Jeder, der nicht unter einem Stein lebt, sollte in den vergangenen Tagen und Wochen von Social Distancing, „Flatten the Curve“ und freiwilliger Quarantäne gehört haben.

Nein, damit sind nicht alte Menschen gemeint, nicht nur die Risikogruppen. Wir alle sind jetzt gefragt. Wir müssen zuhause bleiben, müssen unsere persönlichen Kontakte auf ein Minimum reduzieren und uns unserer Verantwortung bewusst werden. Das Virus breitet sich rasant aus, die Fallzahlen wachsen exponentiell. Wer glaubt, ihn betreffe das nicht, denkt zu kurz.

Rasend schnell gibt ein Infizierter das Virus weiter, nach nur kurzer Zeit geben auch die von ihm infizierten Menschen das Virus weiter und am Ende ist eine große Gruppe von Menschen betroffen. Ausgelöst vom falschen Freiheitsdrang eines Einzelnen. Natürlich könnt Ihr noch Laufen gehen, frische Luft schnappen, Spazieren oder zum Einkaufen. Aber damit sollte es auch erledigt sein. Glaubt mir, auch ich würde gerne mit einem Bier am Rhein oder mit Freunden an der Bar sitzen. Aber das geht einfach nicht.

Mehrere Staatschefs haben die Pandemie und den Kampf gegen das Coronavirus als „Krieg“ bezeichnet. Deren Eltern und Großeltern haben im Krieg ihr Leben riskiert. In einem Kampf um Leben und Tod, um die Nazis zurückzudrängen. Eure Aufgabe ist ähnlich, aber viel einfacher: Leben retten durch Nichtstun. Netflix, Lieferservice, ein gutes Buch — ist das wirklich so schwer?

Oder zeigt sich in der ersten großen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, wie egoistisch und brüchig unsere Gesellschaft wirklich ist? Angefangen bei Hamsterkäufen und Diebstahl von Desinfektionsmitteln aus Pflegeeinrichtungen. So lässt sich das Narrativ vom egoistischen Individuum weiter spinnen. Bis hin zum „Mir passiert doch nichts“-Freiheitskämpfer im Park.

Wir sind besser als das. Wir können die Ausbreitung gemeinsam verlangsamen. Alles andere ist krank — und nein, damit meine ich ausnahmsweise mal nicht das Coronavirus. Und sei es notfalls durch Ausgangssperren — denn wenn sich wirklich niemand freiwillig richtig verhalten möchte, muss man ihn eben zu seinem Glück zwingen. (df)

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