Ärger um Wildparker in der Mainzer Altstadt

Im Juni wird der Optiker Thomas Schottler in die Räume der Kötherhofstraße 5 einziehen. Doch schon vorher gibt es Ärger: Denn Wildparker stellen sich immer wieder direkt vor das Schaufenster.

Ärger um Wildparker in der Mainzer Altstadt

Weil das ADAC-Haus an der Ecke Große Langgasse / Emmeransstraße saniert oder vielleicht sogar abgerissen wird, zieht Optiker Thomas Schottler im Juni in das Gebäude direkt gegenüber (Kötherhofstraße 5). Für Schottler ist das keine Verschlechterung, denn das Haus ist gerade saniert worden. Doch ein Problem wartet dort auf den Geschäftsmann: Wildparker.

Seit dem Umbau der Großen Langgasse soll die Ecke rund um den Maria-Einsmann-Platz eigentlich Aufenthaltsqualität für Fußgänger bieten, doch immer wieder nutzen Autofahrer den Platz, um dort kurzzeitig zu parken. Viele von ihnen direkt vor dem künftigen Geschäft Schottlers. Zwar gibt es aktuell in dem leeren Laden nicht viel zu sehen. Doch auch als sich noch ein Wäscheladen in den Räumen befand, hatten immer wieder Autos unerlaubterweise auf der Fläche geparkt. Das geht aus einer Mail der Eigentümer an die Straßenverkehrsbehörde hervor.

Hindernis für gehbehinderte Kunden

Wenn der Eingang zum Maria-Einsmann-Platz zugeparkt werde, sei es vor allem für gehbehinderte Kunden schwer, in das Geschäft zu kommen. Die Straßenverkehrsbehörde sieht sich allerdings nicht in der Verantwortung, da an dieser Stelle keine Poller angebracht werden könnten, heißt es in einer Antwortmail Ende März. Stattdessen solle nun das Verkehrsüberwachungsamt die Fußgängerzone noch häufiger kontrollieren.

Eine Lösung des Problems sehen Schottler und die Eigentümer darin allerdings nicht. Denn die Wildparker würden zwar immer wieder angezeigt, bis die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung da sind, seien die Parker aber schon wieder verschwunden. „Es ist unserem gewerblichen Mieter auch nicht zuzumuten, sich den ganzen Tag mit Falschparkern auseinanderzusetzen“, schreiben die Eigentümer.

Sie sehen stattdessen die Stadt in der Pflicht, eine dauerhafte Lösung zu finden. Mit der teuren Sanierung des Gebäudes habe man seinen Teil erfüllt, die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Nun müsse die Stadt dafür sorgen, den Zugang zur Ladenfläche freizuhalten. Optiker Schottler schlägt etwa mobile Blumenkübel oder Werbeständer vor.

Das sagt die Stadt Mainz

Die Stadt Mainz scheint einer solchen Lösung nicht abgeneigt. Auf Merkurist-Anfrage erklärt Sprecherin Sarah Heil: „Die Stadt Mainz hat den Platz neu ausgebaut und ist selbstverständlich genauso daran interessiert, dass die Aufenthaltsqualität nicht durch parkende Fahrzeuge beeinträchtigt wird.“ Seit die Bauarbeiten an der Großen Langgasse abgeschlossen sind, habe man in der Kötherhofstraße 260 Routinekontrollen und 48 Schwerpunktkontrollen durchgeführt. „Hierbei wurden insgesamt 75 Fahrzeuge verwarnt und 9 Fahrzeuge abgeschleppt.“

Schon mehrfach habe man dem Mieter mitgeteilt, dass er Kontakt mit dem Ordnungsamt aufnehmen und einen konkreten Antrag für das Aufstellen von Werbeständern oder anderen Auslagen stellen könne. „Hier ist das Handeln des Gewerbetreibenden gefragt – wie es auch sonst üblich ist“, so die Sprecherin. „Zur Zeit sind die Schaufenster abgeklebt und keinerlei Auslagen zu sehen. Wir gehen davon aus, dass sich das Parken vor den Fenstern erübrigen wird, wenn die Schaufenster gestaltet sind.“

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