Dramatisches Baumsterben im Mainzer Lennebergwald

Dem Wald in Rheinland-Pfalz geht es schlecht, und auch der Mainzer Lennebergwald leidet. Vor allem die Buchen sterben ab. Das geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht hervor.

Dramatisches Baumsterben im Mainzer Lennebergwald

82 Prozent der Bäume in den rheinland-pfälzischen Wäldern sind geschädigt, fast die Hälfte von ihnen deutlich. Das geht aus dem Waldzustandsbericht für Rheinland-Pfalz hervor, den Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) nun gemeinsam mit Forstexperten vorgestellt hat.

Besonders schlecht steht es demnach um die Buchen und Eichen, eigentlich typisch deutsche Bäume. Nur noch an gut acht Prozent der Buchen und an weniger als sieben Prozent der Eichen wurden keine Schäden entdeckt. Dramatisch ist auch der Anteil der bereits abgestorbenen und besonders schwer geschädigten Bäume: Mit sechs Prozent ist ihre Zahl so hoch wie noch nie.

Große Unsicherheit im Lennebergwald

Zu den untersuchten Wäldern gehört auch der Mainzer Lennebergwald. Obwohl er ein eher kleiner Wald ist, wurde er ausgewählt, da er in einer der wärmsten und trockensten Regionen von Rheinland-Pfalz liegt. „Für diesen Naturraum besteht aktuell eine große Unsicherheit zur künftigen Waldentwicklung“, heißt es im Bericht. Bereits vor zwei Jahren hatte der Buchenwald für die Öffentlichkeit geschlossen werden müssen - aus Sicherheitsgründen wegen der absterbenden Buchen.

Im Lennebergwald sind laut Bericht bereits fünf bis sechs Prozent der Buchen abgestorben, als „mutmaßlich absterbend“ gelten weitere sechs Prozent. „Dies könnte ein Beispiel dafür sein, wie die Buche im Klimawandel ihre Dominanz in bestimmten Regionen, unabhängig von Art und Weise forstlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen, verliert“, so das Fazit.

Arten in den Wäldern werden sich verändern

Die drei besonders trockenen und heißen Sommer in Folge haben Bäumen wie der Buche in ganz Rheinland-Pfalz massiv zugesetzt. In Zukunft müsse man damit rechnen, dass die Artenzusammensetzungen in Wäldern sich verändern wird. Wärmeliebende und trockenstress-resistente Baumarten könnten künftig dominieren.

Im Lennebergwald lässt Revierförster Stefan Dorschel absterbende Bäume stehen und heruntergefallene Äste liegen. Arten, die sehr gut mit trockenem und warmem Klima zurechtkommen, werden gesät: Eichen etwa, Elsbeere und Speierling (wir berichteten). Das langfristige Ziel ist es, den Wald zu verjüngen. Das Holz absterbender Bäume wird „als Nährstoff- und Wasserspeicher für die nachfolgenden Waldgenerationen gebraucht“, sagte Dorschel vor einiger Zeit gegenüber Merkurist (wir berichteten). Das ist auch ein Gedanke, der im Waldzustandsbericht für Rheinland-Pfalz auftaucht: Eine Zunahme des Totholzanteils, der die Biodiversität in den Wäldern fördert und somit neues Leben schaffen kann.

Logo