Klimaschutz in Mainz: Diese Maßnahmen werden jetzt umgesetzt

Seit zwei Jahren herrscht Klimanotstand in Mainz. Um das Klima in der Stadt besser zu schützen, will Oberbürgermeister Michael Ebling weitere konkrete Maßnahmen angehen.

Klimaschutz in Mainz: Diese Maßnahmen werden jetzt umgesetzt

Im September 2019 hat der Mainzer Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen. Damit verpflichtet sich die Stadt, Maßnahmen durchzusetzen, die ein besseres Klima schaffen. Das ambitionierte Ziel: 2035 soll die Stadt Mainz klimaneutral sein. Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Janina Steinkrüger, Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr (Grüne), stellten nun vor, was bereits getan wurde und was noch geplant ist.

„Wir haben schon eine Menge erreicht, doch es gibt auch noch eine Menge zu tun“, verkündet Ebling während einer Pressekonferenz am Freitag. Klimaschutz, so Ebling, habe in Mainz inzwischen eine so hohe Priorität, dass vieles dem untergeordnet sei. „Wir werden und müssen weiter an Dynamik zulegen, Städte sind die Treiber dieser Entwicklung.“ Auch Umweltdezernentin Janina Steinkrüger betont die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen: „In Mainz spüren wir die Folgen des Klimawandels bereits. Umso wichtiger ist es, dass Maßnahmen ergriffen werden.“ So nehme der Verkehr und damit die CO2-Belastung immer mehr zu. Daher sei eine „Verkehrs- und Mobilitätswende“ notwendig. Dabei komme es darauf an, dass die Bevölkerung mitziehe, auch wenn der „Bewusstseinswandel in den Köpfen Zeit braucht.“

Wie die Stadt klimaneutral werden will

Im Folgenden nennen wir euch ein paar Beispiele aus dem „Bericht zur Umsetzung der Maßnahmen des Stadtratsbeschlusses zum Klimanotstand“:

Begrünung:

Die Hitzebelastung der vergangenen Jahre habe die Grünflächen der Stadt stark belastet, die Aufwendungen seien „extrem angestiegen“, der Ausfall hoch. Gleichzeitig werden die Grünflächen intensiv genutzt, was sie zusätzlich belastet. „Mehr Grün bringt Abkühlung und der Regen kann besser aufgenommen werden“, so Steinkrüger.

So wurden kürzlich etwa an 150 Standorten verschiedene Baumarten gepflanzt, darunter Linden, Ahorne und Erlen, aber auch Sorten wie „Kobushi Magnolie“ und französischer Ahorn. Schwerpunkte sind die Altstadt und die Neustadt. Ergänzt werden auch die Alleebaumbestände im Stadtteil Hartenberg-Münchfeld sowie an der Rheinallee. Ziel sei es, allee-artige Strukturen zu erhalten und gleichzeitig mehr Vielfalt bei vorhandenen Baumarten zu schaffen. Das fördere die Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge im Stadtgebiet.

Das Grünamt erhält zudem „personelle Verstärkung“, vor allem um die bestehenden Baumstandorte erhalten zu können und Bäume nach zu pflanzen.

Solar:

Einer eigenständigen Solarsatzung für das Mainzer Gebiet fehlt die Ermächtigungsgrundlage. In ihr könnte festgelegt werden, ob und wie Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen bei Neu- und Umbauten berücksichtigt werden sollen. Ähnliches gilt für Anlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude. Es gebe lediglich kleine Pilotanlagen auf einigen Schulen.

Mobilität:

Die Radinfrastruktur soll weiter ausgebaut werden, außerdem soll es mehr Ladesäulen für Elektroautos geben. Vier E-Gelenkbusse sind seit 2020 im Einsatz, hier sei jedoch „noch viel Luft nach oben“, so Ebling. Bis 2023 sollen 23 weitere E-Busse hinzukommen sowie ein Brennstoffzellenbus. Auch das Carsharing-Angebot sei im Stadtgebiet ausgeweitet worden.

Flächenversiegelung:

Asphaltierte Flächen halten die Hitze, lassen kein Wasser durch und sind gerade im städtischen Raum zu einer starken Belastung geworden. Im „Einkaufsquartier südlich der Ludwigsstraße“ könnten zum Ausgleich Dächer und Fassaden begrünt werden. Untersuchungen sollen nun ermitteln, wie viel „intensive Begrünung erforderlich ist, um die klimaökologische Gesamtsituation nicht zu verschlechtern“. Bei der Gestaltung von Außenflächen öffentlicher Gebäude sollen künftig die Bürger mehr beteiligt werden.

Bauten:

Häuser sollten umweltfreundlich isoliert und gedämmt sowie darauf Solaranlagen installiert werden, wird in dem Bericht an die Bürger appelliert. Gleiches gelte auch für öffentliche Gebäude der Stadtverwaltung.

Kläranlage:

In Mainz wird der Klärschlamm bereits seit vielen Jahren zur Gasproduktion genutzt. Dadurch kann sich die Kläranlage selbst mit elektrischer Energie und Wärme versorgen. Die Restwärme aus der Verbrennung reicht für etwa 4000 Haushalte. Sie wird der Fernwärmeversorgung in Mainz zugeführt.

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