Mainzer Forscher in der Arktis: Erwärmen Kondensstreifen die Erde?

Welchen Einfluss haben Kondensstreifen auf das Klima? Dieser Frage geht nun ein großes deutsches Forschungsteam nach - unter Leitung einer Mainzer Wissenschaftlerin. Um die Wolken zu messen, fliegen sie von Mitteleuropa bis in die Arktis.

Mainzer Forscher in der Arktis: Erwärmen Kondensstreifen die Erde?

Kondensstreifen, sogenannte Zirruswolken, haben einen größeren Einfluss auf das Klima als CO2. Nun wollen Wissenschaftler herausfinden, ob sie auch zur Erwärmung der Arktis sowie von Nord- und Mitteleuropa beitragen. 70 Forscher starten dazu in den nächsten Monaten zu Flügen von Mitteleuropa bis in die Arktis. Mit an Bord sind Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Prof. Christiane Voigt leitet die Mission.

Mithilfe von Wolkenmessinstrumenten wollen die Forscher auch ermitteln, unter welchen Wetterbedingungen sich Zirruswolken vermeiden lassen und zu welcher Tageszeit sie am wenigsten wärmen. Denn wie hoch der Wärmeeffekt der Kondensstreifen in der Arktis ist, hänge ab von Sonnenstand, Tageszeit und deren Eigenschaften.

Messungen an Zirruswolken in solch hohen Breiten wie der Arktis habe es bislang noch kaum gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Forscher nehmen auch den Luftverkehr im stark beflogenen Mitteleuropa unter die Lupe. Rund 25 Flüge mit dem Forschungsflugzeug HALO sind geplant, in acht bis 14 Kilometern Höhe. Messen wollen die Wissenschaftler vor allem, wie viel Wärmestrahlung der Erde von den Kondensstreifen-Zirren in der Atmosphäre gehalten wird und wie viel Sonnenstrahlung sie in den Weltraum zurück reflektieren.

„Die kalten hohen Eiswolken werden durch anthropogene Schadstoffe und den Luftverkehr verändert“, sagt Prof. Christiane Voigt vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre und der Universität Mainz. „Wegen ihrer relativ kurzen Lebensdauer ist die Verringerung und Vermeidung von Kondensstreifen-Zirren ein vielversprechender Ansatz, um den Luftverkehr klimafreundlich zu gestalten.“

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