Razzien gegen Aktivisten der „Letzten Generation“ – auch in Mainz?

Bundesweit gab es mehrere Razzien gegen Mitglieder der Gruppe „Letzte Generation“. Mussten auch die Mainzer Klimaaktivisten mit solchen Konsequenzen rechnen?

Razzien gegen Aktivisten der „Letzten Generation“ – auch in Mainz?

Ihnen wird die Störung öffentlicher Betriebe vorgeworfen, auch der Verdacht auf Bildung einer kriminellen Vereinigung steht im Raum: Nach Beschlüssen des Amtsgerichts Neuruppin gab es laut Berichten mehrerer Medien in einigen deutschen Städten Durchsuchungen gegen Mitglieder der Klima-Aktivisten „Letzte Generation“.

Wurden in Mainz als Folge der Straßenblockade vom 9. Dezember ebenfalls Wohnungen von Aktivisten durchsucht? Für einiges Aufsehen hatte vor allem ein 38-jähriger Aktivist aus Mannheim gesorgt, der seine Hand mit Sand und Kleber so fest an die Straße geklebt hatte, dass diese schließlich mit schwerem Gerät aufgebrochen werden musste, um den Mann von der Straße zu lösen (wir berichteten).

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mainz auf Merkurist-Anfrage mitteilt, liegen bei der Behörde bislang weder Akten noch sonstige Informationen zu der Straßenblockade der sechs Mainzer Aktivisten vor. „Die polizeiliche Sachbearbeitung dauert offenbar an.“

Wohnungsdurchsuchung bei einem der Mainzer Aktivisten

Ein Sprecher der „Letzten Generation“ teilt auf Merkurist-Anfrage mit, dass bei einem der Aktivisten, die sich an der Straßenblockade in Mainz beteiligt hatten, tatsächlich die Wohnung durchsucht worden sei – jedoch wahrscheinlich nicht wegen der Straßenblockade in Mainz, sondern wegen einer anderen Aktion in Brandenburg. Dort hatten einige Personen im Frühjahr Notfallventile von Pipelines abgedreht. Auch stehe der Vorwurf der Gründung einer kriminellen Vereinigung im Raum.

„Bei vielen Betroffenen wurden elektronische Geräte sowie Banner beschlagnahmt; teilweise auch Klebstoff“, so die Sprecherin. „In einigen Fällen wurden außerdem elektronische Geräte der Familienangehörigen beschlagnahmt.“ Festgenommen wurde wohl niemand. In Mainz selbst habe es jedoch keine Hausdurchsuchung gegeben.

Die „Letzte Generation“ selbst sei noch unsicher, wo überall Wohnungen durchsucht wurden. Dennoch wolle man sich nicht einschüchtern lassen, sagt eine Sprecherin gegenüber „Bild“. „Wir machen weiter. Es bleibt uns nichts anderes übrig.“

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