„Letzte Generation“ in Mainz: So reagierte die Polizei auf die Straßenblockade

Am Freitagmorgen klebten sich mehrere Klimaaktivisten auf der Alicenbrücke fest und wollten so den Verkehr in Richtung Innenstadt blockieren. Doch die Polizei war vorbereitet.

„Letzte Generation“ in Mainz: So reagierte die Polizei auf die Straßenblockade

Angekündigt war die Protestaktion der „Letzten Generation“ nicht. Dennoch hat die Polizei Bescheid gewusst: Um 8:30 Uhr, pünktlich zum Start der Blockade, waren etwa 30 Beamte vor Ort, sicherten die Stelle ab und leiteten den Verkehr um.

Vier Aktivisten hatten sich mit Sekundenkleber auf die Fahrbahn geklebt, zwei weitere saßen auf der Fahrbahn ohne sich festzukleben, um im Notfall Rettungsfahrzeugen das Passieren zu ermöglichen. Wie Polizeisprecher Rinaldo Roberto gegenüber Merkurist vor Ort erklärte, habe die Polizei bereits am Vorabend von der Aktion erfahren. „Wir haben eine Einsatztaktik und uns vor allem rechtlich vorbereitet“, so der Sprecher. Wann und wo die Aktion genau ablaufen würde, wusste die Polizei nicht, sie konnte aber wenige Minuten nach Start vor Ort sein. Die Versammlungsbehörde habe dann entschieden, den Protest als Versammlung einzustufen, die bis zu einer gewissen Zeit durchgeführt werden kann. Daher griffen die Beamten zunächst auch nicht ein, ließen die Aktivisten eine Weile gewähren.

Hand aus Asphalt geflext

Nach etwa einer Dreiviertelstunde begannen die Beamten nach dreimaliger Aufforderung den Ort zu verlassen, damit, den Kleber an den Händen der Aktivisten mit Olivenöl und vorsichtigem Wegspachteln zu lösen und sie anschließend teilweise wegzutragen. Bei einem Mann war es nicht möglich, die Hand mit Olivenöl von der Straße zu lösen, da er den Kleber mit Sand gemischt hatte. Die Polizisten versuchten zunächst, die Fahrbahn um die Hand herum aufzustemmen, anschließend flexten Mitarbeiter der Straßenmeisterei den Asphalt auf und lösten ein Stück der Fahrbahn heraus, an dem seine Hand klebte (wir berichteten). Gegen 10:30 Uhr, zwei Stunden nach Start der Aktion, konnte der letzte Aktivist von der Straße geführt werden.

Insgesamt sei die Aktion friedlich verlaufen. „Natürlich gab es kritische Äußerungen, aber das ist normal und damit haben wir auch gerechnet“, so Roberto. Verbale Auseinandersetzungen habe es aber nicht gegeben.

Die Stelle wurde weiträumig abgesperrt, der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet. Dennoch kam es laut dem Polizeisprecher im morgendlichen Berufsverkehr zu großen Verkehrsbehinderungen in Richtung Innenstadt. Wie Merkurist-Leser berichteten, habe sich der Verkehr auf der Saarstraße bis Kisselberg gestaut.

Laut Roberto haben die Aktivisten mit der Aktion gegen das Versammlungsgesetz verstoßen, da sie nicht angemeldet war. Zum anderen werde es Konsequenzen wegen Nötigung und Sachbeschädigung am Asphalt geben. Gegen diese Straftaten wolle die Polizei nun ermitteln, ein Gericht werde dann über die Strafe urteilen. Ob die Polizei mit weiteren Aktionen der „Letzten Generation“ rechne, wollte Roberto nicht kommentieren.

Den gesamten Ablauf der Aktion könnt ihr hier nachlesen.

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