Präsident der Bundesärztekammer fordert dauerhaftes Böllerverbot an Silvester

Immer wieder gibt es Forderungen, in Mainz und anderen Städten Deutschlands ein Böllerverbot an Silvester durchzusetzen. Nun hat sich der Präsident der Bundesärztekammer in einem Interview zum Thema geäußert.

Präsident der Bundesärztekammer fordert dauerhaftes Böllerverbot an Silvester

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich für ein dauerhaftes Böllerverbot an Silvester ausgesprochen. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Reinhardt: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren gute Erfahrungen mit einem Böllerverbot gemacht.“ Damals hatte es wegen der angespannten Corona-Situation schon einmal ein Böllerverbot gegeben. Nun forderte er Bund und Länder auf, ein dauerhaftes Verbot zu erlassen.

Die „ungeregelte Knallerei“ passe nicht mehr in die Zeit, so Reinhardt weiter gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Sie ist schlecht für Umwelt und Klima und führt immer wieder zu schweren Verletzungen.“ Pro Jahr würden rund 8000 Menschen eine Verletzung des Innenohres durch explodierende Feuerwerkskörper erleiden. Gerade Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene seien besonders betroffen. Auch der massive Anstieg von Augen- und Brandverletzungen durch die Böllerei sorge für eine starke zusätzliche Belastung von Klinikpersonal, das ohnehin schon seit Monaten am Limit arbeite.

Zudem sei es außerdem vollkommen fehl am Platz, das neue Jahr mit Raketen zu begrüßen, während es in Europa einen Krieg gebe. „Bei zahlreichen Geflüchteten aus Kriegsgebieten löst die Silvesterknallerei schlimme Gefühle aus, bei manchen sogar Todesängste“, so der Präsident der Bundesärztekammer.

Kein Böllerverbot in Mainz geplant

Wie ein Sprecher der Stadt Mainz Anfang Dezember gegenüber Merkurist sagte, werde das Abbrennen von privatem Feuerwerk dieses Silvester wieder erlaubt sein. So könne das ladenübliche Silvester-Kleinfeuerwerk auch 2022 am 31. Dezember sowie am 1. Januar 2023 wie schon vor der Pandemie erworben und gezündet werden. Verboten bleibe weiterhin das Zünden von Feuerwerkskörpern „in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern“. Bei Regelverstößen könne es in Einzelfällen zu einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro kommen. Ein komplettes Feuerwerksverbot könne ausgeschlossen werden, da es von Bund oder Land verhängt werden müsste, so die Stadt Mainz. Als Stadt könne man lediglich einen Appell zum Verzicht starten.

Die Gruppe „Kolibri-Kollektiv“ hatte bereits im November gefordert, dass privates Feuerwerk in Mainz verboten wird und dazu eine Petition gestartet, der sich über 6500 Menschen angeschlossen hatten. Beim Kolibri-Kollektiv zeigt man sich Anfang Dezember verärgert über die Aussage der Stadt Mainz. Es bei einem Appell zu belassen und sich von einem Verbot zu distanzieren, sei „ein Armutszeugnis“ und „ein Schlag ins Gesicht für alle, die Jahr für Jahr unter privatem Feuerwerk leiden“. Auch die „Behauptung“, nicht eingreifen zu können, verurteilte das Kollektiv. Demnach stünde es Städten und Kommunen frei, selbst zu entscheiden, privates Feuerwerk zu erlauben oder auch zu untersagen.

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