Dehoga-Boss fordert sofortige Öffnung der Außengastro

Verhindern dauerhaft geschlossene Gastrobetriebe und Hotels niedrigere Inzidenzzahlen in Rheinland-Pfalz? Der Dehoga-Präsident fordert jedenfalls die umgehende Öffnung dieser Betriebe, um „wildes Picknicken“ und Sofa-Übernachtungen zu unterbinden.

Dehoga-Boss fordert sofortige Öffnung der Außengastro

Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz darf ab kommenden Montag (8. März) unter Auflagen wieder öffnen (wir berichteten). Der Öffnungsschritt ist möglich, weil Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Schleswig-Holstein das einzige Land mit einer stabilen Inzidenz unter 50 ist. Doch während beispielsweise Gartencenter, Friseur-Salons und Kaufhäuser wieder aufmachen dürfen, bleiben Gastronomie-Betriebe und Hotels weiterhin geschlossen. Für den Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, ist das aber ein unhaltbarer Zustand, den es schnellstens gilt zu ändern.

„Wildes Picknicken“ verhindern

Wie Haumann gegenüber Merkurist sagt, stünden in Rheinland-Pfalz aktuell in Bezug auf Corona alle relevanten objektiven Kriterien auf „grün“: Inzidenzen, Reproduktionszahl (R-Faktor) und Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern sowie die Impf-Quote und Testungen. „Die logische Folge kann nur sein, diese massiven Einschränkungen sofort zu beenden.“ Auch wenn die Corona-Inzidenzen in anderen Bundesländern anders aussähen, dürften die Bevölkerung und die Gastronomie-Betriebe in Rheinland-Pfalz aus falsch verstandener Solidarität nicht darunter leiden. „Vielmehr sind diese für ihre Anstrengungen und ihre Disziplin in den letzten Wochen von den massiven Grundrechtseinschränkungen umgehend zu befreien“, so Haumann.

Um das Infektionsgeschehen weiterhin positiv zu gestalten, müsse die Außengastronomie sofort, spätestens aber am 15. März, geöffnet werden – um wildes Picknick im Weinberg oder am Rhein zu verhindern. Dort nämlich würden weder die Kontaktbeschränkung noch der Abstand eingehalten, keine Masken getragen, Hände desinfiziert oder Kontakte erfasst, so Haumann. Außerdem seien die Hotels und Restaurants eine Woche später zu öffnen, um Familienbesuche an Ostern geordnet und sicher ablaufen zu lassen – anstatt beengt am Küchentisch und auf dem Ausziehsofa. „Das Robert-Koch-Institut bestätigt ja, dass die Infektionsgefahr im Außenbereich so gut wie nicht gegeben und in Hotels sehr niedrig ist.“

Die erfolgreich umgesetzten Hygiene- und Schutzkonzepte des Landes müssten dafür weiterhin angewendet und die Möglichkeiten der digitalen Kontakterfassung genutzt und mit den Gesundheitsämtern weiter vernetzt werden, wie zum Beispiel mit der „Intrada“-App des Dehoga Rheinland-Pfalz, so Haumann. Sollte es also zu diesen umgehenden Öffnungen kommen, befürchtet der Dehoga-Präsident aber keinen Ansturm von Menschen aus anderen Bundesländern. „Natürlich wird es immer einzelne geben, die das machen, aber der Großteil der Bevölkerung weiß, dass es um seine Gesundheit geht und die Menschen werden damit sorgsam umgehen.“

Jetzt sei aber erst einmal die Landesregierung am Zug. „Nun kann sie eine Woche vor der Wahl zeigen, ob sie Wort hält und die Außengastronomie und die Hotels rechtzeitig vor Ostern öffnet. Das Infektionsgeschehen in Rheinland-Pfalz ist besser als in fast allen anderen Bundesländern und lässt das auch zu, sagt Haumann abschließend.

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