„Schandfleck“ in der Mainzer Altstadt soll verschwinden

Unten historisch, oben „Schandfleck“: Das Gelände gegenüber dem Altenheim in der Altenauergasse wuchert zu. Doch das soll sich bald ändern.

„Schandfleck“ in der Mainzer Altstadt soll verschwinden

Ein schöner Anblick ist die Fläche gegenüber dem Mainzer Altenheim in der Altenauergasse derzeit nicht. Hinter dem Bauzaun wuchert das Gelände zu, seit Jahren tut sich hier nichts. „Das Wohnhaus auf dem Areal ist bestimmt schon fast zehn Jahre abgerissen und seitdem wird das Grundstück immer mehr zum Schandfleck in der Mainzer City“, findet Merkurist-Leser Peter.

Dabei scheint unter der Grünfläche Großes zu liegen: Archäologen vermuten hier einen römischen Statthalterpalast, vielleicht sogar Gutenbergs Werkstatt. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtete, fanden bis 2012 noch Voruntersuchungen der Landesarchäologie statt. Schon in den Kellerräumen waren verschiedene Bauphasen vom 16. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg gut zu erkennen. Zu Ausgrabungen kam es aber seitdem nicht, andere Projekte hatten Vorrang.

Stadt will Kita errichten

Die Stadt Mainz will die Fläche neu bebauen, aber gleichzeitig die historische Stätte in der Tiefe nicht gefährden. „Von Seiten der Stadt Mainz besteht das Ziel, in der Altenauergasse eine Kindertagesstätte zu errichten“, sagt Stadt-Pressesprecher Marc André Glöckner gegenüber Merkurist. Die Gebäudewirtschaft habe ein Büro für Tragwerksplanung mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt.

Diese Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen und würden noch mit den Denkmalfachbehörden abgestimmt, so Glöckner. Bereits 2018 habe die Gebäudewirtschaft eine Studie entwickelt, die immer noch „als Vorgabe für eine eventuelle Realisierung“ gelte. „Das enthaltene Raumprogramm konnte noch nicht abschließend festgelegt werden, da dies von der verwendbaren Fläche und Belastbarkeit des Untergrunds abhängt“, so Glöckner.

Zudem könnte es bald archäologische Neuigkeiten geben. „Die Kelleranlagen können nach den Ergebnissen von der Landesarchäologie und der Bauforschung der Landesdenkmalpflege im Wesentlichen wohl in die Phase des Spätmittelalters datiert werden“, so Glöckner. „Eine abschließende Stellungnahme liegt jedoch noch nicht vor, ist jedoch zeitnah zugesagt.“ (df)

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