Was es mit den Holzschnitzereien in der Augustinerkirche auf sich hat

In den Sitzbänken der Augustinerkirche in der Mainzer Altstadt sind viele Holzschnitzereien zu sehen. Einige könnten sogar 100 bis 200 Jahre alt sein. Was dahintersteckt.

Was es mit den Holzschnitzereien in der Augustinerkirche auf sich hat

Seit Herbst vergangenen Jahres wird die Außenfassade der Augustinerkirche saniert. Damals hatten sich immer wieder Steinteile von der Fassade gelöst und waren auf den Gehweg der Augustinerstraße gefallen. Doch auch im Inneren scheinen manche Kirchenbänke sanierungsbedürftig. In auffallend vielen Bänken sind Holzschnitzereien zu erkennen. Doch handelt es sich dabei um Vandalismus, oder sind einige der Schnitzereien sogar historisch?

Viele der Holzschnitzereien zeigen Wappen oder geritzte Kirchenabbildungen. Doch an manchen Stellen sind auch Jahreszahlen eingraviert. So zum Beispiel die Zahl 1892. Doch sind die Schnitzereien wirklich schon über 100 Jahre alt? Tobias Blum ist der Sprecher der Bischöflichen Pressestelle des Bistums Mainz. Laut Blum sei nicht auszuschließen, dass einige Schnitzereien tatsächlich 100 oder gar 200 Jahre alt sind.

Letzte Restauration 1987

„Seit 1805 ist die Augustinerkirche die Kirche des Mainzer Priesterseminars. Bei den aktuell in der Kirche befindlichen Bänken handelt es sich wohl noch um die originalen Bänke“, so Blum gegenüber Merkurist. Zwar seien die Bänke zuletzt im Jahr 1987 restauriert worden, doch trotzdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass die eingeritzten Motive wesentlich älter sind.

Kosten seien wegen der Schnitzereien noch nicht entstanden, so Blum. Es sei außerdem schwierig, die Täter auf frischer Tat zu ertappen - oder das Einritzen gar zu verhindern. Doch Blum sagt auch: „Falls doch einmal ein Küster jemanden mit einem Messer beim Schnitzen erwischt, wird er ihn natürlich zur Rede stellen.“

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