Capitol&Palatin: Betreiber kritisieren Stadt Mainz erneut

Einem Filmkunst-Haus inklusive CinéMayence sei keine Chance gegeben worden.

Capitol&Palatin: Betreiber kritisieren Stadt Mainz erneut

Die Betreiber der Programmkinos Capitol&Palatin haben in einer Pressemitteilung erneut die Stadt Mainz kritisiert. Bereits Ende November hatten sie sich kritisch über das Kultur- und Baudezernat geäußert.

Wie Eduard Zeiler und Jochen Seehuber schreiben, hätten sie sich gewünscht, in die Planungsgespräche zur Zukunft der Kinosäle im Palatin in der Hinteren Bleiche einbezogen zu werden. Ihre Vision, das CinéMayence beim Neubau mit einem eigenen Saal ins Gebäude zu holen und damit ein Filmkunst-Haus zu schaffen, sei auf großen Anklang gestoßen. „Wir waren bereit, auf bis zu 23 Prozent der aktuellen Anzahl der Plätze im Palatin zu verzichten und konnten uns außerdem vorstellen, diese reduzierte Menge auf lediglich drei Säle (statt wie momentan auf vier) zu verteilen.“

Die Stadt habe den Vorschlag allerdings nie diskutieren wollen. „Das Dezernat sagte, dass das CinéMayence weiterhin im Institut français verbleiben solle“, so die Kinobetreiber. „Über die genaueren Hintergründe wissen wir nichts, das Dezernat hat nie ein gemeinsames Treffen mit Fischer&Co, dem CinéMayence und uns arrangiert, sondern nur separierte Gespräche mit den jeweiligen Parteien geführt.“ Seit 3. November sei daher von den Plänen nichts mehr übrig.

Das Capitol in der Neubrunnenstraße erfahre keine Unterstützung und werde somit schließen müssen. „Für uns ergibt sich daraus natürlich keine Zukunftsperspektive, wodurch das Ende von Capitol&Palatin eingeleitet ist.“ Außerdem sei von den drei angedachten neuen Palatin-Sälen nichts bekannt, nicht einmal die Zuschauerkapazität. „Wie soll man da versichern, sie erfolgreich bespielen zu können?“

Der Bau eines Filmtheaters sei eine komplexe Angelegenheit, bei der Zeiler und Seehuber mit weiteren Fachleuten gerne beraten hätten. „Jedoch war unsere Expertise sowohl vom Dezernat als auch von Fischer&Co gänzlich unerwünscht. Wir wurden trotz mehrmaliger Nachfrage zu keinem Zeitpunkt in die Planungen integriert.“ Dass der Bauträger Fischer&Co bislang keine Fachleute integriert habe, mache eine fachgerechte Planung „äußerst unwahrscheinlich“. Bisher seien auch keine Baupläne präsentiert worden.

Dass das Dezernat mit den Kinobetreibern „über mehrere Möglichkeiten einer Weiterentwicklung der Kinolandschaft in Mainz konstruktiv gesprochen“ habe, wie es in einer Stadt-Pressemitteilung vom 3. November hieß, können die Betreiber nicht bestätigen. Daher ziehen Seehuber und Zeiler ein trauriges Fazit: „Gemäß dem aktuellen Vorhaben schließt das Capitol mit dem baldigen Abriss des Palatins, das CinéMayence verbleibt an seinem Ort, und es stehen drei neue Säle im Raum, deren Größe völlig unbekannt und deren fachgerechte Tauglichkeit fraglich ist.“

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