Film über Mainzer Winzerin kommt in die Kinos

Ein Dokumentarfilm über Wein - und eine Mainzer Winzerin ist mit dabei. Wir haben mit ihr über die Handlung des Films und die Rolle der Frau im Weinbau gesprochen.

Film über Mainzer Winzerin kommt in die Kinos

Der Beruf des Winzers galt viele Jahre aufgrund der schweren körperlichen Arbeit als Männerberuf. Noch heute sind Winzerinnen in der Weinbranche in der Minderheit. Doch das ändert sich gewaltig. Denn Winzerinnen stehen Winzern in Sachen Kreativität und Wein-Geschick in nichts nach - das zeigt auch der Dokumentarfilm „wein weiblich - die erste Generation“, der vier ambitionierte Winzerinnern beim Weinbau begleitet. Darunter ist auch eine Mainzer Winzerin. Zwei Jahre lang dauerte der Dreh, am 23. April kommt der Film in die Kinos.

„Es wird ein Film, der den Zuschauer ganz tief in die Seele des weiblichen Weins eintauchen lässt und bestimmt nicht nur Weintrinkern schmecken wird.“ - Eva Vollmer, Winzerin

Die Handlung dreht sich - natürlich - um das Thema Wein: Vier erfolgreiche Winzerinnen aus dem Rheingau, Baden und Rheinhessen, eine weibliche Nachwuchshoffnung der Hochschule Geisenheim und ein weinverrückter Brite stellen sich einem ungewöhnlichen Experiment. Die Aufgabenstellung: Sie müssen einen neuen Riesling, Jahrgang 2018, kreieren und 2019 in eigener Flasche präsentieren. Der Dokumentarfilm begleitet sie über 18 Monate lang von der Auswahl der geeigneten Reben bis zur Abfüllung des fertigen Weins. Er zeigt Kreativität, Hingabe und rauen Alltag, um am Ende des Weges einen besonderen Wein in Flaschen abzufüllen. Insgesamt fünf neue Rieslinge sind durch den Film entstanden. Doch der Film geht auch eine Ebene tiefer: Er thematisiert die sich wandelnde Rolle der Frau zu starken Businessfrauen, die seit den 2000ern immer selbstbewusster Führungspositionen im Weinbau erlangen.

Mainzer Winzerin als Muse des Regisseurs

Eine der dargestellten Winzerinnen ist Eva Vollmer aus Mainz-Ebersheim. „Obwohl Winzer früher als Männerberuf galt, waren Frauen schon immer im Hintergrund aktiv. Heute treten sie mehr nach vorne.“ Die Idee des Films sei es, den Menschen beziehungsweise die Frau hinter dem Produkt zu zeigen, ebenso wie die vielen Themen hinter dem Weinbau. Er stelle nicht bloß dar, wie man einen Riesling macht. „Er zeigt Heimat, Natur, ganz viel Mensch, Vielfältigkeit, Geschichte, Geschmack, umgesetzt von völlig unterschiedlichen Charakteren. Es wird ein Film, der den Zuschauer ganz tief in die Seele des weiblichen Weins eintauchen lässt und bestimmt nicht nur Weintrinkern schmecken wird“, so Eva Vollmer.

Sie selbst hatte aus dem Landwirtschaftsbetrieb ihres Vaters ein Weingut gemacht - und für ihre Kreationen viel mediales Lob erhalten. Deshalb war die Mainzerin auch diejenige, die maßgeblich zur Entstehung des Films beigetragen hat. Sie war eine Art Muse des Regisseurs Christoph Koch. Er erklärt: „In mir schlummerte schon länger ein tiefes Gefühl, das Wein doch scheinbar genauso weiblich wie männlich ist. Ich las dann zufällig einen Artikel mit dem Titel ‘Eva Vollmer erzählt mit Ihren Weinen Geschichten’, da wurde mir schlagartig klar, das es wiederum meine Aufgabe ist die Geschichte von weinweiblich zu erzählen. Ich sehe den bewussten Eintritt der Frauen in die Weinwelt sogar als einen der wichtigsten Bausteine für die positive Zukunft des Weinbranche.“

Premiere in Mainz am 6. Juni

Zusammen mit Stuart Pigott, britischer Weinkritiker und Journalist, der auch selbst im Film auftaucht, setzte er das Projekt „weinweiblich“ in die Tat um. Verwundert darüber, dass es noch keinen deutschen Film über Wein gab, begannen sie vor rund zwei Jahren mit dem Dreh. Nun sind alle Szenen abgedreht, der Feinschliff ist in vollem Gange. Am 23. April wird der Dokumentarfilm dann erstmals auf der Kinoleinwand gezeigt: auf dem Dokumentarfilm-Festival „Cosmic Cine“ im Malteser-Filmpalast in München. Als einer von 250 Filmen schaffte es „weinweiblich“ in die Endauswahl. Anschließend soll der Film eventuell auch in Kinos in Flörsheim, Wicker, Wiesbaden, Hamburg und Berlin gezeigt werden. Hier sei man noch in Gesprächen, so Eva Vollmer.

Fest steht allerdings: Auch in Mainz wird es eine Premiere geben. Eva Vollmer zeigt den Film am 6. Juni auf ihrem Weingut in Ebersheim. Karten gibt es für 29 Euro, inklusive Sekt und Essen. Außer der Vorstellung gibt es außerdem Gelegenheit, die im Film gezeigten Weine zu verkosten. Der Kartenvorverkauf läuft bereits, Interessierte finden weitere Infos auf der Webseite des Weinguts. (df)

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