Cinestar-Mitarbeiter streiken in Mainz

Streik im Kino: Seit dem Wochenende befindet sich ein Teil des Mainzer Cinestar-Personals im Streik. Worum geht es?

Cinestar-Mitarbeiter streiken in Mainz

Wer Filme wie „Captain Marvel“ oder „Bohemian Rhapsody“ im Mainzer Cinestar sehe möchte, sollte momentan mehr Zeit als üblich einplanen. Denn in vielen deutschen Filialen der Kino-Kette streikt seit Anfang März das Personal. Seit Samstag wird auch in der Mainzer Cinestar-Filiale gestreikt.

Désirée Buchinger arbeitet als studentische Mitarbeiterin in der Mainzer Filiale. Als Teil der Tarifkommission und der Verhandlungskommission ist sie direkt an den Verhandlungen beteiligt. Gegenüber Merkurist sagt sie: „Nachdem im Februar der Tarifvertrag ausgelaufen ist, sind wir jetzt in Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite.“ Zwei Verhandlungsrunden seien bislang ergebnislos verlaufen, daher habe die Gewerkschaft Verdi die Kinomitarbeiter nun zum Streik aufgerufen.

Streik seit dem Wochenende

Am Samstag und am Sonntag legte ein Teil der Kinomitarbeiter in Mainz die Arbeit nieder. „Der Betrieb im Kino läuft zwar weiter, allerdings wurde wegen des Streiks teilweise erst später geöffnet. Am Samstagabend konnte außerdem ein Teil der Snacktheken nicht wie üblich öffnen“, sagt Buchinger.

„Wir kämpfen natürlich besonders für die Kollegen, die als Vollzeitkräfte arbeiten.“ - Désirée Buchinger

Besonders wichtig für die Kinomitarbeiter: der sogenannte Entgelttarif. „Das Einstiegsgehalt wurde inzwischen bedingt durch den Mindestlohn auf rund neun Euro erhöht. Das reicht in Städten wie Mainz aber noch lange nicht, um die hohen Lebenshaltungskosten zu tragen“, sagt Buchinger. Deswegen fordert die Gewerkschaft einen Einstiegslohn von elf Euro für die Kino-Mitarbeiter. „Wir kämpfen natürlich besonders für die Kollegen, die als Vollzeitkräfte arbeiten. Aber auch Studenten wie ich finanzieren ihr Studium und ihren Lebensunterhalt durch den Job.“

Das sagt Cinestar

Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock erklärt auf Anfrage von Merkurist: „Tatsächlich hat Verdi erst sehr kurz vor dem letzten Verhandlungstermin erstmals überhaupt konkrete Tarifforderungen vorgelegt, auf die wir aufgrund dieser Kurzfristigkeit noch gar nicht reagieren konnten.“ Im Moment werde daher wegen der Annahme gestreikt, dass es zu keiner Einigung zwischen Cinestar und Verdi kommen werde.

„Wie allgemein bekannt, befindet sich die Kinobranche in einer wirtschaftlich äußerst angespannten Situation.“ - Oliver Fock

Die Zeiten für Kinobetreiber seien momentan schwierig, so Fock: „Wie allgemein bekannt, befindet sich die Kinobranche in einer wirtschaftlich äußerst angespannten Situation.“ Deutsche Kinos verzeichneten im Vergleich zu 2017 im vergangenen Jahr Besucherrückgänge von fast 15 Prozent. Dazu kommt laut Fock ein „Investitionsstau in den Bereichen Technologie und Ausstattung in der gesamten Branche“. Ziel müsse es nun sein, ein für alle Cinestar-Häuser wirtschaftlich tragfähiges Tarifergebnis zu erreichen.

Der Kinobetrieb soll vom Streik allerdings nicht weiter betroffen sein. Momentan bereite man sich bei Cinestar trotz Streiks auf einen reibungslosen Betrieb vor. „Wir sind in unserem möglichen Handlungsrahmen optimal vorbereitet und gehen nicht davon aus, dass es zu Ausfällen oder deutlichen Auswirkungen auf die Servicequalität kommt“, sagt Fock. Am Mittwoch steht die nächste Verhandlungsrunde an - der Ausgang ist momentan noch offen.

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