Wieso jetzt am Gutenberg-Center die Parkzeit überwacht wird

„Nur noch“ drei Stunden darf man sein Auto auf dem Parkplatz des Gutenberg-Centers in Bretzenheim abstellen. Wer diese Zeit überschreitet, muss eine Strafe zahlen. Diese Maßnahme soll vor allem das Dauerparken verhindern.

Wieso jetzt am Gutenberg-Center die Parkzeit überwacht wird

Dauerparkern geht’s jetzt auch im Gutenberg-Center an den Kragen. Seit Kurzem wird die Parkzeit dort elektronisch überwacht. Wer sich nicht an die vorgegebene Zeit von drei Stunden hält, bekommt ab sofort eine Geldstrafe beziehungsweise ein „Nutzungsentgelt“ aufgebrummt. Abgeschleppt zu werden - wie es mittlerweile auf einem Kundenparkplatz ganz in der Nähe der Fall ist - damit müssen Dauerparker im Gutenberg-Center aber nicht rechnen. Doch was ändert sich nun konkret auf dem Parkplatz in der Haifa-Allee?

Scanner erfasst Autokennzeichen

Für die Parkplatzüberwachung ist seit rund zwei Wochen die in Stuttgart ansässige Nexobility GmbH mit ihrem System „Better Park“ zuständig. Eine Parkscheibe, wie es auf vielen anderen Parkplätzen üblich ist, brauchen die potenziellen Besucher nicht im Auto zu platzieren, um ihre Parkdauer nachzuweisen. Stattdessen werden bei der Einfahrt auf den Parkplatz die Autokennzeichen elektronisch erfasst. „Wir haben Kennzeichenscanner an den Einfahrten installiert, die die Kennzeichen ein- und ausfahrender Fahrzeuge erfassen und lokal speichern“, sagt ein Nexobility-Sprecher gegenüber Merkurist.

Sofern die Höchstparkdauer eingehalten und das Kennzeichen rechtzeitig an der Ausfahrt erfasst werde, wird es direkt gelöscht. Andernfalls würden die Bilddaten an einen Server übertragen und von Unternehmens-Mitarbeitern nochmals geprüft.

Ein Parkzeitverstoß kostet dann 25 Euro. Vor Ort muss die Vertragsstrafe jedoch nicht gezahlt werden, da „Better Park“ auf dem Parkplatz selbst keine Mitarbeiter postiert. „Wir ermitteln die Fahrzeughalter über das Kraftfahrt-Bundesamt und schreiben sie postalisch an“, so der Unternehmens-Sprecher. Mehrfachverstöße würden dabei aber bis zum Versand der ersten Rechnung nicht geahndet. Bisher habe man eine mittlere zweistellige Zahl an Dauerparkern registriert, davon einige mit deutlichen Parkzeitüberschreitungen.

Dauerparker, die sich geweigert haben, die Vertragsstrafe zu zahlen, hätte es auf dem Parkplatz des Gutenberg-Centers bisher aber nicht gegeben. Rechnungen seien aktuell auch noch nicht überfällig. „Die allermeisten Fremdparker sind einsichtig: bei den Parkflächen handelt es sich um Privatgrundstücke, die ausschließlich für einen bestimmten Zweck und für begrenzte Zeit genutzt werden dürfen.“

Wann auf die Vertragsstrafe verzichtet wird

Grundsätzlich würden Parkraumkontrollen durch private Unternehmen immer nur dort erfolgen, wo dem Eigentümer oder Mieter der Fläche Einnahmen durch unerlaubt belegte Parkplätze entgehen, erklärt der Sprecher. „Wenn Kunden keinen Parkplatz finden, fällt die Wahl schnell auf eine andere Einkaufsmöglichkeit, die dann möglicherweise bevorzugt aufgesucht wird.“ Natürlich sei nicht der eine Fremdparker das Problem, sondern die große Anzahl derer, die vielleicht im hinteren Bereich stehen, das aber gern über etliche Stunden.

Um einer Strafe zu entgehen, müssen Autofahrer also nur die Höchstparkdauer einhalten. „Diese ist für den Einkauf stets großzügig ausgelegt“, so der „Better Park“-Sprecher. Wer aber dennoch länger als die vorgegebenen drei Stunden braucht, sich aber tatsächlich nur im Gutenberg-Center aufgehalten hat, der muss keine Strafe befürchten. „Sofern eine Überschreitung nachweislich aufgrund eines Großeinkaufs oder einer umfassenden Beratung erfolgt ist, stornieren wir die Forderung selbstverständlich sofort.“

Für eine Stellungnahme zur neu eingeführten Parkzeit-Überwachung haben wir auch das Management der Gutenberg-Centers angefragt. Bis zum Erscheinen des Artikels lag jedoch keine Antwort vor.

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