Algenplage in Mainzer Zollhafen-Grachten: Wie kann das Problem gelöst werden?

Immer wieder bemerkten Merkurist-Leser in den vergangenen Wochen und Monaten Algen in den Mainzer Zollhafen-Grachten. Doch wie wird gegen das Problem vorgegangen? Wir haben nachgefragt.

Algenplage in Mainzer Zollhafen-Grachten: Wie kann das Problem gelöst werden?

Ob goldenes Gebäude oder neu angelegte Grachten: Im Mainzer Zollhafen durften sich Architekten und Projektentwickler in den vergangenen Jahren austoben. Doch über die Grachten am Gebäudekomplex „Kaufmannshof“ im Zollhafen rümpften einige Mainzer in den vergangenen Wochen wortwörtlich die Nase. So berichtete zum Beispiel Merkurist-Leser Reiner in seinem Snip von Algen und Fisch-Geruch in den Grachten.

Eigentümer des Kaufmannshofs war bis Sommer das Frankfurter Unternehmen UBM Development Deutschland GmbH. UBM-Projektleiter Florian Grafen kennt sich mit dem Projekt Kaufmannshof noch bestens aus und sagt auf Merkurist-Anfrage: „Im Rahmen der Entwicklung der Grachten wurde ein ökologisches Konzept zur Sicherung der ökologischen Qualität und Wasserqualität erarbeitet.“ Dabei sei besonders Wert auf eine angemessene Qualität gelegt worden, außerdem darauf, dass es möglichst nicht zu Geruchsbelästigungen ausgehend von den Grachten kommt. Ein weiterer wichtiger Punkt laut Grafen: Die Wasserqualität der Grachten soll ohne chemische Zusätze erhalten bleiben.

So sollen Algen reduziert werden

Um zu vielen Algen oder Faulschlamm entgegenzuwirken, sei ein künstliches Ökosystem mit Wasserkreislauf und mehreren Reinigungsphasen geplant gewesen, erklärt Grafen weiter. Die Wassermassen in den Grachten werden einmal pro 48 Stunden umgewälzt und außerdem kühl gehalten – und zwar indirekt, durch das Wasservolumen und Grachtenabschnitte, die im Schatten liegen. Außerdem dienten Pflanzen sowie Schotter- und Gesteinsschichten als natürlicher Nährstofffilter und damit indirekt gegen die Algenbildung.

Doch ganz verhindern könnten die Maßnahmen nicht, dass sich Algen bilden, gibt Grafen zu und bestätigt damit die Eindrücke von Leser Reiner. Im ersten Jahr funktioniere der Pflanzenfilter noch nicht so gut, daher würden sich gerade dann vermehrt Algen bilden. „Trotzdem wird es auch in Zukunft vor allen Dingen zur Zeit der Algenblüte im Frühjahr eines jeden Jahres oder bei sehr heißer Witterung zur Algenbildung kommen“, sagt Grafen. Schädlich für Menschen seien die Algen aber nicht, außerdem könnten sie per Hand abgeschöpft werden. Das sei auch in den Sommermonaten 2022 regelmäißg geschehen.

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