Bistum Mainz gibt Trägerschaft bei einigen Mainzer Schulen auf

Bischof Kohlgraf: „Schmerzhafte Einschnitte“

Bistum Mainz gibt Trägerschaft bei einigen Mainzer Schulen auf

Das Bistum Mainz beabsichtigt, die Trägerschaft bei insgesamt fünf seiner 18 katholischen Schulen nicht fortzuführen. Zudem sollen drei Tagungshäuser des Bistums ganz geschlossen werden. Auch Mainzer Einrichtungen sind von dieser Entscheidung betroffen, wie das Bistum Mainz am Mittwoch bekannt gibt.

Mit Plänen zur Neustrukturierung des Bildungs- und Tagungsbereiches reagiert das Bistum Mainz auf die Umbruchsituation der katholischen Kirche in Deutschland und die eigenen sinkenden finanziellen Möglichkeiten. Das Bistum tritt nun nach bereits erfolgten ersten Gesprächen in Verhandlungen mit den politisch Verantwortlichen über die Übernahme der Trägerschaften der Schulen. Konkret geht es um die Martinus-Grundschule in Gonsenheim, das Ketteler-Kolleg und -Abendgymnasium sowie im Landkreis Mainz-Bingen um die Hildegardisschule Bingen.

Für das Theresianum in Mainz soll eine eigene Trägerkonstruktion geschaffen werden, wie sie beispielhaft bereits für die Maria Ward-Schule in Mainz besteht. Bei der Grund- und Realschule plus in der Weißliliengasse ist geplant, den Realschulzweig ausbauen und von einer zweizügigen zur dreizügigen Schule zu erweitern. Der Grundschulzweig der organisatorisch verbundenen Schule wird sukzessive verkleinert und ab dem Schuljahr 2022/23 keine neuen Schüler mehr aufnehmen. Komplett geschlossen wird das Kardinal Volk-Haus auf dem Rochusberg in Bingen. Dort ist Ende 2022 Schluss. Das Exerzitien-Kursprogramm soll bis Mitte 2022 in gewohnter Weise laufen.

Für den Bildungs- und Tagungsbereich erwartet das Bistum mit der Umsetzung der Maßnahmen jährliche Einsparungen in Höhe von rund 15 Millionen Euro sowie zusätzlich nicht getätigte Investitionskosten etwa für den Gebäudeerhalt oder Erweiterungen im Ganztagsschulbereich und nicht mehr benötigte Pensionsrückstellungen.

Für Bischof Peter Kohlgraf sind diese Entscheidungen „schmerzhafte Einschnitte“. Dieser Abschied von bisher Gewohntem und Selbstverständlichem werde schwer werden. Aber gleichzeitig ginge man mit dieser Neustrukturierung einen Weg, der unvermeidlich ist. Gerade mit Blick auf die mittel- und langfristige Entwicklung sei dies ein verantwortungsvoller Weg. „Wir gestalten den Wandel unserer Kirche. Wir gestalten die Zukunft unseres Bildungs- und Tagungsbereiches zu einer Zeit, in der wir noch gestalten können. Und nicht erst dann, wenn uns fehlende finanzielle Mittel dazu zwingen“, so Kohlgraf. (js)

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