Es tut sich etwas am „Geisterhaus“

Seit mehr als zehn Jahren steht das „Geisterhaus“ in der Kapuzinerstraße 15 leer. Ein Plan zum Neubau des Gebäudes liegt schon lange vor, doch immer wieder verzögerte sich der Baustart. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen.

Es tut sich etwas am „Geisterhaus“

Das leerstehende Haus in der Kapuzinerstraße 15 ist vielen Mainzern nur noch unter dem unschönen Titel „Geisterhaus“ bekannt. Seit einem Wasserschaden 2008 steht es leer, seitdem verfällt das Gebäude. Wie es mit dem Haus weitergehen soll, steht schon seit mehr als zwei Jahren fest (wir berichteten). Auf den vier Stockwerken plus Dachgeschoss sollen Wohnungen entstehen, das berühmte Kruzifix vor der Tür soll restauriert werden.

Doch immer wieder verzögerte sich der Start der Bauarbeiten. Wie der zuständige Architekt Thomas A. Klann vom gleichnamigen Architekturbüro „KLANN . ARCHITEKTEN“ nun gegenüber Merkurist erklärt, kommt jetzt aber Bewegung in die Sache. „Die ersten Schritte der Bauarbeiten im Untergeschoss haben begonnen.“ Komplizierte Auflagen der Bauaufsicht sorgten dafür, dass sich der Baubeginn immer wieder verzögerte. Zunächst hieß es beispielsweise, das Erdgeschoss könne nicht abgerissen werden - da der Bestandsschutz für Parkplätze damit zum Tragen käme - diese Auflage gilt inzwischen nicht mehr.

Studenten beteiligt

Doch es gibt noch eine weitere Neuigkeit in Sachen „Geisterhaus“, wie Klann erklärt: „Innenarchitektur-Studierende der Hochschule Mainz werden während der Bauarbeiten dieses Grundstück als Objekt für ihre Bachelorarbeit, den Entwurf eines innovativen Wohn- und Geschäftshauses mit Handwerksbetrieb nutzen.“ Architekt Thomas A. Klann wurde dazu von den beiden betreuenden Professoren Bernd Benninghoff und Markus Pretnar als zukünftiger Lehrbeauftragter ins Boot geholt. Auch die Handwerkskammer Rheinhessen begleitet das Lehrprojekt in der Kapuzinerstraße mit konkreter Hilfestellung zu handwerklichen Fragen.

Die Studenten werden ihr Augenmerk auf verschiedene Aspekte legen: „Was wird real gebaut, was wurde von den Behörden genehmigt und was könnte theoretisch noch gemacht werden“, erklärt Klann das Projekt. Ab Freitag, 13. Dezember, werden die Studenten ihre Ergebnisse im LUX-Pavillon der Hochschule Mainz (ehemaliges „BesierOehling“) präsentieren.

Auch in Sachen Kruzifix tut sich laut Klann etwas. Derzeit wird es zwischengelagert, später soll die Jesusdarstellung zu einem Restaurator gegeben werden. Dort soll das Kruzifix dann wieder auf Vordermann gebracht werden. (df)

Logo