Influencer sollten Stimmung gegen Biontech-Impfstoff machen

Bekannte Influencer sollten offenbar angeworben werden, um Stimmung gegen den Corona-Impfstoff von Biontech zu machen. Unter ihnen auch der Mainzer Journalist Mirko Drotschmann. Er aber machte die dubiose Anfrage selbst öffentlich.

Influencer sollten Stimmung gegen Biontech-Impfstoff machen

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge sollen Influencer in Deutschland und Frankreich von einer Agentur angefragt worden sein, Teil einer Kampagne gegen den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zu werden. Einer von Ihnen ist auch der Mainzer Videoblogger Mirko Drotschmann, auch bekannt als „MrWissen2go“.

Drotschmann hatte bereits am 18. Mai in einem kritischen Tweet auf die ungewöhnliche Anfrage hingewiesen. Neben einem teilweise zensierten Screenshot postete er eine kleine Stellungnahme: „Sehr interessant: Eine Agentur meldet sich und fragt, ob ich Teil einer ‘Informationskampagne’ sein will. Es geht darum, einen Link zu angeblich geleakten Dokumenten zu Todesfällen bei Corona-Impfungen zu teilen. Gegen Geld. Sitz der Agentur: London. Wohnort des CEO: Moskau.“

Das sagt der Mainzer Youtuber

Gegenüber Merkurist erklärt Drotschmann: „Ich hatte mich, um mehr über die Hintergründe zu erfahren und weiter recherchieren zu können, als interessiert ausgegeben und per Mail nach weiteren Informationen gefragt. Die habe ich dann auch bekommen.“ Welche Informationen das im Detail sind, lässt er offen. Es sei aber durchaus der Eindruck entstanden, so Drotschmann, jemand wolle ihn für eine Kampagne gegen den Impfstoff von Biontech/Pfizer gewinnen.

Für die Veröffentlichung bei Twitter habe er sich entschieden, weil er überrascht sei, „wie plump hier versucht wird, falsche Informationen zu verbreiten“. Gleichzeitig wollte Drotschmann nach eigener Aussage durch die Veröffentlichung auf das Thema aufmerksam machen. „Das hat letztendlich ja auch ganz gut geklappt.“

Offenbar auch französische Influencer angefragt

Wie die SZ weiter berichtet, hatten zuletzt auch der französische Wissens-Youtuber Léo Grasset sowie der französische Comedian Sami Ouladitto von ähnlichen Anfragen in Tweets berichtet. Grasset berichtete, im Falle einer Zusammenarbeit hätte er deutlich machen sollen, dass die Todesrate des Biontech/Pfizer-Impfstoffs beinahe dreimal höher als die des AstraZeneca-Impfstoffs sein soll. Dass es sich dabei um ein gesponsertes Video handle, habe er nicht veröffentlichen sollen. Vielmehr hätte Grasset das Video als seine „eigene unabhängige Meinung“ präsentieren sollen.

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran sagte am Dienstag dem Sender BFM-TV in Bezug auf die Kampagne: „Das ist armselig, gefährlich und verantwortungslos.“ Die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet, die Mails könnten von einer Londoner Kommunikationsagentur kommen. Die Webseite der Agentur sei seit Dienstag jedoch nicht mehr erreichbar. Zudem weise ein Social Media Account des Agenturchefs darauf hin, dass das Unternehmen in Russland und nicht in London tätig sei. Wer wirklich hinter der Kampagne steckt, ist bisher aber noch unklar.

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