Apotheker, Zahnärzte, Tierärzte: Wann starten sie mit den Impfungen?

Die Impfungen sollen weiter vorangetrieben werden. Zusätzlich zu den Ärzten, Impfzentren und Impfaktionen sollen auch Apotheker, Zahnärzte und Tierärzte ein Impfbefugnis erhalten. Wann wird es soweit sein? Wir haben nachgefragt.

Apotheker, Zahnärzte, Tierärzte: Wann starten sie mit den Impfungen?

Das Impftempo soll weiter hochgehalten werden, auch angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante. „Wir werden sie noch alle brauchen, bei der Verabreichung des Omikron-adaptierten Impfstoffs“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) bereits vor einigen Wochen. „Wir können jede Stelle und jede Hand brauchen, die impft.“ Der Plan: Auch Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker sollen demnächst impfen.

Mitte November gab Dr. Wilfried Woop, Präsident der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, bekannt: „Wir sind bereit. Die Kolleginnen und Kollegen im Bundesland haben die medizinische Expertise, setzen jeden Tag in ihren Praxen Spritzen und genießen das Vertrauen ihrer Patientinnen und Patienten. Sobald es gewünscht wird, unterstützen wir gern die Ärzteschaft, damit so viele Menschen wie möglich und so rasch wie möglich geimpft werden können.“

Apotheken: Rahmenbedingungen fehlen

Doch befugt sind die Mediziner und Pharmazeuten bisher nicht, Corona-Schutzimpfungen zu verabreichen. „Die Rahmenbedingungen sind noch nicht festgelegt, dadurch ist noch Vieles unklar“, so Petra Engel-Djabarian, Pressesprecherin des Landesapothekerverbands Rheinland-Pfalz. So stehe zum Beispiel noch nicht fest, welche Voraussetzungen vor Ort erfüllt werden müssen, wo und wie viel Impfstoff die Apotheker bestellen können und wie die Impfungen honoriert und abgerechnet werden sollen.

„Das Gesundheitsministerium arbeitet mit Hochdruck daran, dass diese Punkte schnellstmöglich geklärt werden“, ist sich Engel-Djabarian sicher. Welche Apotheken dann Impfungen anbieten würden, sei eine individuelle Entscheidung, vor allem abhängig davon, ob Personal und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Bundesweit sei das Interesse aber hoch, weiß die Apothekerin. „Wir müssen aber abwarten, wer und wie viele letztendlich dazu bereit sein werden und wie groß bis dahin der Bedarf ist.“

Zahnärzte: Mobile Unterstützung

Auch bei den Zahnärzten sei noch nicht klar, wann die Impfaktionen in den Praxen starten werden, teilt Susanne Rentschler, Pressesprecherin der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, auf Anfrage mit. „Impfungen in der Zahnarztpraxis sind derzeit noch nicht möglich, dazu müssen erst eine ganze Reihe von Voraussetzungen geschaffen werden.“ So müssten noch etliche Details geklärt werden, etwa zu Logistik, Personal, geeigneten Räumlichkeiten, Haftungsrecht und Abrechnungstechnik. Auch ein passendes Softwaretool fehle noch. Wegen der Impfstofflimitierung sei es Zahnärzten derzeit lediglich möglich, mobil in Arztpraxen und Impfzentren zu unterstützen. „Falls die pandemische Lage dies erfordern sollte, können darüber hinaus perspektivisch auch Impfungen in Zahnarztpraxen in Betracht gezogen werden“, heißt es von Seiten des Verbands.

Tierärzte: Bedarf abgefragt

Die rheinland-pfälzische Landestierärztekammer (LTK-RLP) hat vor einiger Zeit eine Umfrage unter den Mitgliedern gestartet, wer überhaupt daran interessiert ist, sich bei der Impfung zu beteiligen. Doch starten könne das Impfen in Tierarztpraxen noch nicht, teilt der Bundesverband Praktizierender Tierärzte mit. Auch hier heißt es, dass derzeit noch Impfstoff limitiert sei, zum anderen seien logistische, personelle, haftungsrechtliche und abrechnungstechnische Details noch nicht geklärt. Außerdem verpflichte der Gesetzgeber impfwillige Tierärzte, an einer ärztlichen Schulung teilzunehmen. Die Bundestierärztekammer (BTK) werde dazu gemeinsam mit der Bundesärztekammer einen Muster-Lehrplan erarbeiten. Doch vor allem warte man auf Rückmeldung aus der Politik, sagt Dr. Wolfgang Luft, Geschäftsführer der LTK-RLP: „Wir haben das zuständige Ministerium vor mehreren Wochen angefragt, aber leider noch keine Antwort erhalten.“

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