Nosferatu-Spinne in Mainzer Hausflur entdeckt

Sie ist mit Beinen fünf Zentimeter lang und kann sogar an Glas hochlaufen: die Nosferatu-Spinne. Am Wochenende wurde sie in einer Wohnung in der Mainzer Oberstadt entdeckt. Und das war nicht das erste Mal. Doch muss man jetzt Angst haben?

Nosferatu-Spinne in Mainzer Hausflur entdeckt

Diesen Besuch will nicht jeder bei sich zu Hause haben: Am vergangenen Samstag entdeckte die Mainzerin Patricia im Hausflur vor ihrer Wohnung im Kästrich eine ziemlich große Spinne mit haarigen Beinen. Insgesamt fünf Zentimeter lang. Kein schöner Anblick, wenn man eine Spinnenphobie hat wie die Mainzerin. Zum Glück war ihr Freund in der Nähe – und der hat keinerlei Berührungsängste mit Insekten. Erik Opper (56) ist Nachtfalter-Experte und hat auf seinen nächtlichen Touren schon die ein oder andere Spinnenart gesehen. Er machte ein Foto von der Spinne und brachte sie nach draußen, erzählt er gegenüber Merkurist.

Opper fand heraus, dass es sich bei dem Tier um die sogenannte Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) handelt. Die ist eigentlich in der Mittelmeerregion zu Hause, doch wegen des Klimawandels hat sie sich immer weiter nach Norden ausgebreitet. „Schon 2005 gab es den ersten Fund in Rheinland-Pfalz – in einem Kindergarten. Der musste damals evakuiert werden“, so Opper.

Wie Rainer Michalski vom NABU Rheinhessen gegenüber Merkurist sagt, würden mittlerweile auch in Mainz bis zu fünf Fälle pro Jahr gemeldet. „In der Neustadt, Altstadt, Oberstadt, eigentlich überall im Kernstadt-Areal“, so Michalski. „Die Spinne hat sich in Mainz festgesetzt und wird auch nicht mehr gehen.“

Spinne kaum gefährlich

Zwar sorgt der Anblick der Nosferatu-Spinne bei vielen erst einmal für einen kleinen Schock, wirklich gefährlich ist sie allerdings nicht. Michalski sagt: „Nur wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt, richtet sie sich auf, spreizt ihre Kauwerkzeuge ab und kann in seltenen Fällen auch mal zubeißen.“ Die Bisse seien zwar schmerzhaft, aber eher harmloser als ein Wespenstich. Deshalb rät Michalski: „Vorsichtig mit einem großen Glas und einer Postkarte einfangen und nach draußen bringen.“

Auch wenn sie dort wohl nicht lange bleiben wird: Die meisten Funde der Spinne wurden bisher drinnen gemacht. Draußen sei es gerade im Winter zu kalt für sie. In Häusern kommt die Nosferatu-Spinne allerdings ziemlich hoch. Erik Opper sagt: „Sie kann wegen ihrer Härchen unter den Beinen sogar an Glas hochklettern. Deshalb hat sie es bei meiner Freundin auch bis in den vierten Stock geschafft.“

Konsequenz des Klimawandels

Am Wochenende postete Opper das Spinnen-Bild in der Facebook-Gruppe „Was ist los in Mainz und Umgebung“ – und bekam viele Reaktionen. „Mainzer sind echt lustig. Es war erfrischend, die ganzen Kommentare zu lesen“, sagt der gebürtige Hesse.

Ernst ist dagegen der Grund, warum sich die Nosferatu-Spinne und andere Arten überhaupt in Deutschland ausbreiten. Opper sagt: „Es ist eine Konsequenz des Klimawandels.“ Solche Entwicklungen könnten auch dazu führen, dass hiesige Arten verdrängt werden. „Das sieht man beispielweise am Asiatischen Marienkäfer, der die einheimischen Arten bedroht.“ Deshalb sagt Opper: „Wir sollten immer die Augen offenhalten. Klimawandel bedeutet nicht einfach nur, dass es wärmer wird.“

Ihr habt selbst eine Nosferatu-Spinne oder ein ähnliches Exemplar bei euch zu Hause gesehen? Meldet den Fund auf arages.de.

Logo