Die Waschbärenbande aus dem Mainzer Tierheim

Sieben kleine Waschbären sind gerade die heimlichen Stars des Mainzer Tierheims. Dass sie dort überhaupt gelandet sind, hat aber einen traurigen Hintergrund.

Die Waschbärenbande aus dem Mainzer Tierheim

Sie sind klein, wuselig und ganz schön frech: sieben Waschbären-Junge im Mainzer Tierheim. Doch so munter wie die kleinen Bewohner des Tierheims daherkommen, ist ihre Geschichte nicht. Die sieben Tiere stammen aus zwei Würfen in der Nähe von Gießen (Hessen). Die Mütter der Tiere verendeten dort jedoch. Weil im Gießener Tierheim und in umliegenden Tierparks kein Platz für die kleinen Waschbären war, kamen sie im Alter von rund vier Wochen ins Mainzer Tierheim - und haben dort nun fürs Erste ihr neues Zuhause gefunden.

Vanessa Kappesser, Leiterin des Mainzer Tierschutzvereins, versucht sich nun schon seit Wochen als Aushilfs-Waschbärenmutter. Vier der Sieben Jungtiere versorgte sie anfangs sogar bei sich zu Hause, wie sie gegenüber Merkurist erklärt. „Die Mutter des Wurfs hatte Gift gefressen und ist an den Folgen verendet. Wahrscheinlich haben die Kleinen über die Muttermilch sogar Giftrückstände aufgenommen.“ Doch mit ein bisschen Glück und viel Fürsorge von Vanessa Kapesser kamen die Jungen durch und entdecken nun ihr Gehege im Tierheim jeden Tag ein bisschen neu. „Die Waschbären sind sehr neugierig, doch wenn sie einen Kletterbaum oder ein Spielzeug ein paar Mal benutzt haben, wird es ihnen schnell wieder langweilig“, so Kappesser. Spielgeräte wie Planschbecken, Hängeseile oder Kratzbäume müssen deswegen immer wieder neu angeordnet werden.

Neugierige Bande

Normalerweise gelten Waschbären hierzulande eher als menschenscheu, doch die sieben Jungtiere im Mainzer Tierheim ticken da ganz anders: „Sie wurden ja von uns großgezogen, deswegen haben sie sich an Menschen gewöhnt und sind daher sehr neugierig und zutraulich“, erklärt Kappesser. Und in der Tat: Wer einmal ein Bein in das Waschbärengehege im Mainzer Tierheim setzt, der hat schnell einen neugierigen Waschbären daran hängen. Übrigens: aufgezogen und dann in die freie Wildbahn gebracht werden dürfen die Tiere nicht. In der Europäischen Union (EU) gelten die Tiere als invasive Art, dürfen in Deutschland sogar von Jägern geschossen werden.

Im Mainzer Tierheim bekommen die Waschbären ab und an ein bisschen Hundetrockenfutter als Snacks. Hauptsächlich werden die Tiere aber mit Obst, Gemüse, Fisch oder Fleisch gefüttert. Weil ein Waschbär ganz schön viel futtern kann und sieben Waschbären umso mehr futtern können, geht die Verpflegung der Tiere für das Tierheim ins Geld. Weil das Mainzer Tierheim sowieso schon auf Spenden angewiesen ist und die Waschbären zudem ein größeres Gehege benötigen, hofft man beim Tierheim Mainz nun auf Spender und Tierpaten.

Weitere Informationen zum Mainzer Tierheim findet ihr hier.

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